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Mehr Sicherheit in der Luftfahrt

Sicherheit in der Luft hat oberste Priorität.

(Keystone)

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt soll um 60 Spezialisten aufgestockt werden.

Dieser Beschluss ist Teil eines Aktionsplans der Regierung, die damit nach mehreren Flugunfällen wieder für mehr Sicherheit sorgen will.

"Oberste Priorität hat die Sicherheit", sagte Daniel Göring, Pressesprecher des BAZL, gegenüber swissinfo. Eigentlich seien über 80 neue Stellen nötig, um die Anforderungen zu bewältigen.

Bewilligt hat der Bundesrat nun eine Aufstockung des Personalbestandes um 60 auf 237. Der Ausbau soll in zwei Etappen erfolgen. Hierfür beantragt die Regierung beim Parlament einen Nachkredit von 11,5 Mio. Franken.

Laut Verkehrsminister Moritz Leuenberger steht dem BAZL ein radikaler Umbau bevor: "Ein Riesenprojekt".

Sobald das Parlament dem Nachkredit zugestimmt habe, werde die Rekrutierung beginnen, sagte Göring. "Ziel ist es, am 1.01.2005 funktionstüchtig zu sein."

Sicherheit verbessern

Mit der Reorganisation soll die Sicherheit in der Schweizer Luftfahrt verbessert werden. Das Vorhaben geht zurück auf einige schwere Flug-Unfälle in den vergangenen Jahren (Bassersdorf, Überlingen).

Laut der danach vom Bund in Auftrag gegebenen Studie des holländischen Luft- und Raumfahrt-Instituts NLR habe die Sicherheit in der Schweizer Luftfahrt seit 1990 nicht mehr mit jener anderer Länder Schritt halten können, sagte Leuenberger. Die Empfehlungen der Studie werden nun umgesetzt.

Die Oberaufsicht über die Sicherheit im Schweizer Luftraum wird künftig nicht mehr punktuell, sondern durch ein umfassendes Sicherheits-Management wahrgenommen.

Sicherheit und Politik trennen

Die beiden Hauptaufgaben des BAZL, die Luftsicherheit und die Luftverkehrspolitik, werden scharf getrennt.

Die Sicherheit wird in drei Bereiche eingeteilt: Die "Luftertüchtigung" prüft die Sicherheit der Flugzeuge, "Operation" ist für Fluggesellschaften und Piloten zuständig, "Infrastruktur" kümmert sich um Flughäfen und Skyguide.

Als amts-internes Kontrollinstrument dient eine Organisationseinheit "Safety and Risk Management". Auch die Sicherheitsaufsicht im Generalsekretariat des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation soll verbessert werden.

Mit dem Nachtragskredit werden nicht nur Massnahmen beim BAZL finanziert, sondern auch solche zum Beispiel bei der Flugsicherung skyguide. Unter anderem geht es um die Etablierung einer neuen Sicherheitskultur bei skyguide. Nach den letzten Abstürzen war die Flugsicherung ins Schussfeld der Kritik geraten.

Einsparen und Gebühren erhöhen

Der Umbau soll kostenneutral finanziert werden. Rund die Hälfte der Kosten werden laut Leuenberger innerhalb des Departements eingespart. Die andere Hälfte soll mit Erhöhungen der Konzessions- und Lizenzgebühren eingebracht werden.

Die Reorganisation entspricht laut dem Verkehrsminister den neuesten Erkenntnissen im Bereich der Sicherheits-Organisation. Sie gewährleiste, dass das Sicherheits-Niveau in der Schweizer Zivilluftfahrt auch in Zukunft auf dem hohen westeuropäischen Standard verbleibe.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Der Bundesrat will das BAZL um 60 auf 237 Stellen aufstocken.
Der Ausbau soll in zwei Etappen erfolgen.
Das Parlament muss zuerst dem Nachkredit von 11,5 Mio. Franken zustimmen.
Der Umbau folgt nach mehreren Flugunfällen und Problemen innerhalb des BAZL.

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In Kürze

Schwere Unfälle der Schweizer Luftfahrt:

14.11.1990: Eine DC-9 der Alitalia zerschellt im Anflug auf Zürich-Kloten am Stadlerberg bei Weiach. Alle 46 Insassen werden getötet.

3.9.1998: Eine MD-11 der Swissair stürzt vor der kanadischen Ostküste ins Meer. Beim schwersten Unglück in der Geschichte der Schwizer Luftfahrt kommen 229 Menschen ums Leben.

10.1.2000: Eine Saab 340 der Crossair stürzt nach dem Start in Zürich-Kloten auf das Gemeindegebiet von Niederhasli (ZH) ab. Die sieben Passagiere und drei Besatzungs-Mitglieder werden getötet.

24.11.2001: Beim Absturz eines Jumbolinos der Crossair bei Bassersdorf (ZH) kommen 24 Menschen ums Leben. Die anderen neun Insassen überleben mit zum Teil schweren Verletzungen.

1.7.2002: Bei der Kollision einer russischen Passagier- und einer DHL-Frachtmaschine kommen bei Überlingen am Bodensee alle 71 Passagiere und Besatzungs-Mitglieder ums Leben. Unter den Opfern sind 45 russische Kinder und Jugendliche. Zuständig für die Flugsicherung ist die Schweizer skyguide.

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