mem: der schweizer exportschlager

Verlässlichkeit, Qualität und Präzision. (Swissmem) foto: Swissmem

Die Maschinen- und Metallindustrie gehört zu den exportstärksten Branchen der Schweiz. Momentan erfreut sie sich bester Gesundheit.

Dieser Inhalt wurde am 11. Oktober 2006 - 17:32 publiziert

Doch der Erfolg unter Schweizer Rahmenbedingungen ist nur dank ständiger Qualitätsverbesserung möglich. Dies unterstreicht der Vizedirektor von Swissmem, Kurt A. Meier, im swissinfo-Interview.

swissinfo: Kurt A. Meier, was verbinden Sie mit dem Begriff "Swiss made"?

Kurt A. Meier: Qualität, Vertrauenswürdigkeit, Präzision. So wird das Markenzeichen "Swiss made" seit Jahren definiert.

swissinfo: Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) ist eine der bedeutendsten Wirtschafts- Branchen der Schweiz. Wie ist es dazu gekommen?

K.M.: Es handelt sich um eine 150 Jahre alte Erfolgsgeschichte. Wir haben es geschafft, uns ständig zu verbessern und alle möglichen Synergien zu nutzen. Dank der Erfahrungen in der Uhrenindustrie

gelang es uns, Kleinst- Komponenten sehr effizient zu produzieren.

Die Schweiz ist ein kleines Land ohne eigene Rohstoffe. Der Binnenmarkt ist beschränkt. Dies konditioniert das Verhalten unserer Industrie. Wir müssen exportieren. Und im Konkurrenzkampf können wir nur bestehen, wenn wir besser als die anderen sind.

Um besser sein zu können, braucht es Forschung, Entwicklung und eine gute Ausbildung. Seit Jahrzehnten legen wir grossen Wert auf die Ausbildung der Lehrlinge sowie auf die Kontakte mit den Eidgenössischen Technischen Hochschulen und anderen Fachschulen. Für junge Ingenieure stellt unsere Branche ein grosse

Chance beim Eintritt ins Berufsleben dar.

swissinfo: Dank der Globalisierung lassen sich neue Märkte erschliessen, andererseits lässt sich auch die Produktion auslagern. Ist in der Maschinenindustrie "Swiss made" noch an den Standort Schweiz gebunden?

K.M.: Zum grossen Teil wird noch in der Schweiz hergestellt. Aber viele Schweizer Firmen produzieren inzwischen auch im Ausland.

Eine Umfrage, die wir vor zwei Jahren durchgeführt haben, zeigte auf, dass 20 Prozent unserer Mitglieder über Produktionszentren im Ausland verfügen. Die Auslagerung der Produktion ist

keine Neuheit. Dieses Phänomen existiert schon seit einigen Jahrzehnten. Früher ging man nach Deutschland, jetzt sind Länder wie Tschechien oder China gefragt. Dieser Schritt wird aus Kostengründen vollzogen oder um kundennah produzieren zu können.

Wir haben aber festgestellt, dass die Preisunterschiede erst dann ausschlaggebend werden, wenn die Qualität nicht mehr stimmt.

swissinfo: Sind die hohen Produktionskosten in der Schweiz folglich kein Problem?

K.M.: Ein Grossteil unserer Ausgaben betrifft nicht die eingesetzten Rohstoffe oder die Stundenkosten einer Maschine. Ausschlaggebend sind die Löhne für

Spezialisten wie Ingenieure und andere Fachleute. Und diese werden auch in China sehr gut bezahlt.

Es liegt aber auf der Hand, dass wir unter den gegebenen Bedingungen besonders leistungsstarke und qualitativ hervorragende Maschinen herstellen müssen. Für unsere Kunden muss Qualität an erster Stelle stehen. Diese Kunden finden wir vor allem in den industrialisierten Ländern.

swissinfo: Schauen wir in die Zukunft. Was werden die grössten Herausforderungen und Probleme sein?

K.M.: Die Probleme sind nur sehr beiläufig politischer Natur. Mit der EU gibt es sehr gute bilaterale

Verträge, die uns den Zugang zum grossen europäischen Wirtschaftsraum sichern. Wir exportieren 80 Prozent unserer Produkte und sind an einem möglichst freien Warenaustausch interessiert.

Wir müssen einfach immer eine Nasenlänge voraus sein. Das ist unsere Zukunft. Wenn wir innovativ bleiben, brauchen wir die Konkurrenz nicht zu fürchten. Dies bedingt allerdings, dass wir auf hervorragende und gut ausgebildete Mitarbeiter bauen können.

swissinfo-Interview, Marzio Pescia (Übertragung aus dem Italienischen: Gerhard Lob)

Fakten

2005 hat die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) Waren im Wert von 61 Milliarden Franken exportiert (+3,9% gegenüber 2004).
Dies entspricht mehr als 40% aller Schweizer Exporte.
In diesem Sektor sind in der Schweiz 300'000 Personen beschäftigt.
Weltweit beschäftigte die Schweizer MEM-Industrie 2005 mehr als eine Million Menschen.

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In Kürze

Swissmem repräsentiert zirka 950 Unternehmen der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie in der Schweiz.

Dieser Industriezweig ist in Bezug auf die Exporte bedeutender als die Pharma- und Uhrenindustrie.

Deutschland ist der wichtigste Abnehmermarkt. Rund ein Viertel der Exporte geht ins nördliche Nachbarland.

Stark angestiegen sind im Jahr 2005 die Exporte nach Indien (+44,4%), Polen (+17,5%), Niederlande (+16,1%), Ungarn (+11,3%), Tschechien (+10,2%), USA (+6,1%) und China (+6,0%).

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