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Minen-Räumung an der Expo.02

Minen sind für viele Menschen auf der Welt eine ständige Bedrohung.

(swissinfo.ch)

Die Schweiz zeigt an der Expo.02 ihr Engagement im Bereich humanitärer Minenräumung. Eine Ausstellung soll das Minen-Problem an die Öffentlichkeit tragen.

Am Dienstagabend besuchten Verteidigungs-Minister Samuel Schmid und der ehemalige IKRK-Chef Cornelio Sommaruga die Sonderausstellung über Minen an der Expo.02. Sie heisst "Minen und ihre Opfer - Manche Augenblicke dauern eine Ewigkeit".

Kleine Erfolge, grosse Probleme

"Im Kosovo hat sich gezeigt, wie mit verhältnismässig wenig Aufwand viele Opfer verhindert werden können", sagte Martin Dahinden, Direktor des Geneva International Center for Humanitarian Demining (GICHD), an der Eröffnung der Ausstellung am letzten Freitag.

Das Genfer GICHD erhält von der Schweiz jährlich 6 Mio. Franken. Das entspricht der Hälfte des Engagements gegen Minen, das sich die Schweiz insgesamt kosten lässt.

Der Pavillon des Militär-Departementes (VBS) auf der Arteplage Murten illustriert, was die Schweiz auf dem Gebiet der Antipersonen-Minen unternimmt. Dargestellt wird, wo und wie das Land bei der Entminung mithilft und Opfer unterstützt.

Im Kosovo ist die Minenräumung schnell vorangekommen, und die Programme zur Sensibilisierung der Bevölkerung haben gut funktioniert. Dennoch: Jede halbe Stunde wird irgendwo auf der Welt ein Mensch, meist eine Zivilperson, durch eine Mine getötet oder verstümmelt.

"Einmal vorbeigehen nützt nichts"

Oft liegen die Minen oder Munitions-Teile schon jahrelang im Boden. Sie stammen aus Konflikten, die schon lange keine Schlagzeilen mehr machen.

"Wir schicken unsere Leute nicht nur dorthin, wo die Fernseh-Kameras sind", präzisiert Martin Hasler, Chef der Stabsstelle humanitäre Minenräumung vom VBS, gegenüber swissinfo.

Mehrere solche Programme geleitet hat Christoph Hebeisen. Er arbeitet in der "Mine Action and applied Technology"-Abteilung der Gruppe Rüstung. Seine Einsätze brachten ihn nach Moçambique, in den Kosovo und in den Libanon.

"Oft leben Leute schon jahrelang in minenverseuchten Gebieten. Sie müssen an das Problem heran geführt werden. Es genügt nicht, nur einmal vorbeizugehen", erklärt Hebeisen.

Zusammenarbeit zwischen den Departementen

Im Bereich der Antipersonen-Minen arbeitet das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) eng mit dem VBS zusammen. Das EDA finanziert die Missionen, während das VBS Personal und Material zur Verfügung stellt.

Gegenwärtig arbeiten acht Schweizer Spezialisten in Südostasien, in Afrika oder auf dem Balkan für die Schweizer Anti-Minen-Programme. Sie bilden lokale Minensucher aus, leiten und koordinieren Einsätze.

Wieder gefahrlos in die Schule

Berufs-Soldat Jürg Luginbühl vom Festungswachtkorps (FWK) leitete in Bosnien Entminungs-Einsätze (siehe Link). "Es war ein wunderschönes Gefühl, wenn wir einem Bürgermeister sagen konnten, dass die 150 Dorfkinder wieder gefahrlos in die Schule gehen können", sagt Luginbühl.

Dass ausgerechnet Militärs mit der Minenräumung betraut sind, stört niemanden. "Es waren ja nicht diese Offiziere, die die Minen gelegt haben", sagt GICHD-Direktor Dahinden. Zudem sei es ein wichtiger Teil der schweizerische Sicherheitspolitik, dass das Militär zur Lösung des Minen-Problems beitrage.

Mehr Publizität nötig

"Minen gehören zu den grössten humanitären Problemen. Diese Ausstellung an der Expo.02 soll zeigen, dass die Schweiz eine wichtige Rolle bei der Lösung spielt", ergänzt Dahinden. "Es freut mich, dass das VBS die Initiative ergriffen hat, mit diesem Thema auf der Arteplage präsent zu sein."

Es brauche öffentlichen Druck, damit weiter am Problem der Antipersonen-Minen gearbeitet werde, meint der GICHD-Direktor.

"Die wenigsten Leute in der Schweiz wissen, dass sich die Schweiz in der humanitären Minenräumung engagiert. Das soll publik werden, damit das Schweizer Engagement breiter verankert wird", sagt Minen-Spezialist Hebeisen.

Anschauungs-Unterricht auf der Arteplage

In einem grossen Erdtrog an der Ausstellung demonstrieren Instruktoren, wie Minen gesucht werden. Sie erklären die einzelnen Schritte und stehen für Gespräche zu Verfügung.

Verschiedene Minentypen und Muntions-Teile lagern, harmlos ausgestellt, hinter Glas. Sensibilisierungs-Kampagnen aus allen Teilen der Welt werden erklärt, Plakate und Filme gezeigt. Auch Opfer kommen zu Wort.

Eine Sammlung primitiver Beinprothesen zeigt, was passieren kann, wenn ein Bauer beim Pflügen oder ein Kind beim Spielen auf eine Mine tritt.

Philippe Kropf, Murten


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