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MKS: Massnahmen zu rigoros oder zu large?

Maul- und Klauenseuche - eine kranke Kuh in Argentinien. Wie weit die Seuche dort verbreitet ist, wisse man nicht, kritisieren Schweizer Behörden.

(Keystone)

Überhaupt kein Fleisch mehr aus Argentinien, keine lebenden Klauentiere aus der Europäischen Union. Nach Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Frankreich haben die Schweizer Behörden schnell entschieden. Doch bereits gibts von verschiedenen Seiten Kritik.

Seit am Dienstag (14.03.) bekannt wurde, dass die Maul- und Klauenseuche (MKS) im Nachbarland Frankreich ausgebrochen ist, sind in der Schweiz heftige Diskussionen um Abwehrmassnahmen im Gang.

Der Bund untersagte die Einfuhr von lebenden Kühen, Schweinen, Schafen, Ziegen und Hirschen aus der gesamten Europäischen Union (EU). Fleisch-Importe sind allerdings weiterhin zugelassen. Rigoroser sind die Schweizer Massnahmen gegen Argentinien: Da sind ab sofort alle Fleisch-Importe untersagt.

Situation in der Schweiz besser als in der EU

Als Hauptargument für die getroffenen Massnahmen verweist Heinz K. Müller vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) auf Tiertransporte als Hauptrisiko für die Weiterverbreitung der Maul- und Klauenseuche. Da zwischen den EU-Ländern keine Grenzen bestünden, gebe es keine Kontrollen und somit auch keine Quarantäne-Bestimmungen. "Ich glaube, wir sind risikomässig in einer etwas besseren Situation als die EU", sagte Müller gegenüber swissinfo. "Und aus dieser Sicht rechtfertigt sich das Embargo."

In der Europäischen Union sieht man das anders: Das Einfuhr-Verbot nicht nur gegenüber Frankreich sondern gegenüber allen EU-Staaten wird als "unverhältnismässig" beurteilt.

Argentinien: Mangelnde Tranparenz als Embargo-Ursache

Gegenüber Argentinien ergreift die Schweiz schärfere Massnahmen als gegenüber Europa. Dies habe nicht mit grösserer Angst vor einem Einschleppen der Seuche zu tun, sondern man wisse über die Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Argentinien einfach zu wenig, so Müller. Keine oder unbefriedigende Antworten auf bereits vor einiger Zeit gestellte Fragen: Die Schweizer Behörden kritisieren mit ihrem Embargo nun also primär die mangelnde Transparenz.

Schweizer Bauern fordern schärfere Massnahmen

Während die ausländischen Behörden die Massnahmen der Schweiz als zu rigoros kritisieren, sind die hiesigen Reaktionen ganz anders. So fordert der Schweizerische Bauernverband noch weitergehende Abwehrmassnahmen gegen das hoch ansteckende Virus: Nicht die Einfuhr von lebenden Tieren, sondern allgemein potenziell gefährliche Lebensmittel aus dem EU-Raum seien zu verbieten. Unterstützung erhalten die Bauern vom Grenzkanton Thurgau. Ddas Thurgauer Kantonsparlament hält das Abwehrkonzept des Bundes ebenfalls für ungenügend und will, dass Lebensmittel an der Grenze genau kontrolliert werden.

Auch ohne explizites Verbot des Bundes wird es in der Schweiz in den nächsten Wochen wohl kaum Viehmärkte und -ausstellungen geben. Man hoffe, damit den Bauern ein wenig die Angst zu nehmen und zur Beruhigung der Lage beizutragen, so die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Rinderzüchter.

UNO warnt vor globaler Gefahr

Nicht nur in Westeuropa breitet sich unterdessen die Seuche weiter aus - aus verschiedenen Regionen wurden in jüngster Zeit neue MKS-Fälle gemeldet. So sind in der Türkei sogar verschiedene Gebiete betroffen, bestätigte Fälle gibt es auch in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Fleischhandel ist kontinenten-übergreifend: Die UNO warnte denn auch bereits vor einer globalen Ausbreitung der Seuche.

swissinfo und Agenturen


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