Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Müllers Flucht vor "Enteignung"

Der bayerische Molkerei-Mogul Theo Müller will seinen Wohnsitz wegen der hohen deutschen Erbschaftssteuer in die Schweiz verlegen.

Denn als "Mittelständischer" gilt er als vermögende Privatperson, auch wenn sein Vermögen im Unternehmen steckt.

Sämtliche Deutschschweizer Kinder kennen Müllers Molkerei-Produkte aus dem deutschen Werbefernsehen, obschon sie sie in der milchprotektionistischen Schweiz kaum kaufen können: "Alles Müller, oder was?", gehört seit Jahren zum Grundstock jugendlicher Pausenplatz-Sprüche.

Besteuert wie eine Privatperson

Anstatt sich zu ärgern, dass die Schweizer sein Joghurt nicht kaufen können, ereifert sich Müller über die Zustände in seiner eigenen Heimat. Der "Mittelständler" Müller (64) will die Erbschaftssteuer von umgerechnet rund 350 Mio. Franken sparen, die er in Deutschland bezahlen muss, wenn er seinen Familienbetrieb seinen Kindern übergibt.

Das kann er nur machen, falls er "ausflaggt", wie das neuerdings in Deutschland heisst, also wegzieht. Denn Müller gilt in Deutschland juristisch als Privatperson, die ein Unternehmen besitzt. De facto jedoch ist er nicht einfach nur eine vermögende Privatperson, die von ihrem Kapital lebt, sondern ein Unternehmer, dessen privates Kapital im Unternehmen gebunden liegt. Theo Müller hatte 1970 den Betrieb "Müllermilch" von seinem Vater übernommen.

Die mittelständische Müller-Molkerei setzt inzwischen jährlich umgerechnet rund 3 Mrd. Franken um – eine Erfolgsstory, die ihresgleichen sucht.

"Existenzielle Bedrohung"

Diesem Jahresumsatz von "Müllermilch" steht ein Eigenkapital von rund 760 Mio. Franken gegenüber. Davon müsste Müller nun über 350 Mio. als Erbschaftssteuer an den deutschen Staat abführen. Dies komme einer "Enteignung" gleich, sagte Müller gegenüber dem "Spiegel".

Stephan Kux, Zürcher Wirtschaftsförderer, interpretierte gegenüber Schweizer Radio DRS die Höhe der Erbschaftssteuer als "existenzielle Bedrohung des Familienunternehmens". Es wäre zumindest ein diskriminierender Fiskalakt, im Vergleich zu einer gleich grossen Unternehmung, die juristisch als anonyme Aktiengesellschaft strukturiert ist.

swissinfo, Alexander Künzle

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.