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Mystery Park verliert seinen Retter

Mystery Park: Die vorübergehende Schliessung ab November soll nun definitiv sein.

(Keystone)

Der Zürcher Unternehmer Jakob Dietiker, der den Mystery Park in Interlaken für 16 Mio. Franken übernehmen wollte, zieht sich zurück.

Der vom Erfolgsautor Erich von Däniken gegründete Park befindet sich weiterhin in Nachlass-Stundung. Seine Zukunft ist nun wieder völlig ungewiss.

Der am finanziellen Abgrund stehende Mystery Park in Interlaken geht spätestens im November bis auf weiteres zu. Darauf einigten sich der Verwaltungsrat und der Sachverwalter Kurt Stöckli, nachdem am Freitag die erhoffte Rettung durch den Unternehmer Jakob Dietiker geplatzt ist.

Der Mystery-Park-Verwaltungsrat hatte dem Kaufangebot Dietikers bereits zugestimmt. Der 68-Jährige - ein ehemaliger Unternehmer aus der Metallbranche, der zurückgezogen im Tessin lebt - hatte die Kaufsumme auf einem Sperrkonto hinterlegt.

Als Grund für seinen jüngsten Rückzug hat Dietiker angegeben, mit seinen Kaufabsichten zu stark ins Licht der Öffentlichkeit geraten zu sein.

Dies habe ihn offenbar unter Druck gesetzt. Einzelheiten wurden nicht bekannt. Den Rückzug Dietikers bezeichnete Stöckli indes als "bedauerlich, umso mehr, als man sehr nahe an einer Lösung war", wie er sagte.

Dietiker zahlt Löhne bis Ende November

Als Geste stellt Dietiker immerhin eine Million Franken zur Verfügung, die er im Vorfeld bereits einbezahlt hatte. Damit sollen die Löhne bis Ende November bezahlt werden. Danach wird der Park für den Winterbetrieb geschlossen.

Die Zukunft des Mystery Parks sei damit einmal mehr völlig ungewiss und für die Mitarbeitenden höchst bedauerlich: Denn laut dem Sachverwalter liegen keine weiteren Angebote im Bietverfahren vor.

Die zweckgebunden Gelder sollen ins Nachlassverfahren fliessen, und allfällig ausstehende Löhne bis Ende November decken.

Nachlassverfahren läuft weiter

Während das Nachlassverfahren weiterlaufe, habe der Verwaltungsrat noch Zeit, zusammen mit Gyger allenfalls die notwendigen Absichtserklärungen von Gläubigern einzuholen.

Über eine solche Sanierungsvariante über das Aktionariat müssten danach Aktionäre und Obligationäre befinden.

Unabhängig von diesen Verhandlungen werde die Transliq im Rahmen des Nachlassverfahrens zusammen mit dem Verwaltungsrat einen Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung ausarbeiten.

Dieser werde dann an einer Versammlung allen Gläubigern des Rätselparks vorgelegt.

swissinfo und Agenturen

Chronologie

21. Mai 1997: Der Schweizer Schriftsteller Erich von Däniken plant, auf dem ehemaligen Interlakner Militärflugplatz einen Erlebnispark über ungelöste Rätsel zu eröffnen.

24. Mai 2003: Der Mystery Park wird durch Erich von Däniken
eröffnet.

26. Mai 2004: Im ersten Jahr wird die Gewinnschwelle erreicht, mit 444'000 Eintritten das Besucherziel aber verfehlt (500'000).

17. Aug. 2004: Die Mystery Park AG setzt das Aktienkapital von 28 auf 24 Mio. Franken herab.

Sommer 2005: Der Park leidet unter den August-Hochwassern. 10% der 97 Stellen werden abgebaut.

20. Jan. 2006: Die Aktionäre stimmen einem Kapitalschnitt von 99% zu.

Frühling 2006: Alle Hoffnungen auf einen Investor zerschlagen sich.

31. Mai 2006: Der Mystery Park beantragt Nachlassstundung.

21. Aug. 2006: Der Schweizer Unternehmer Jakob Dietiker ist bereit, den Park für 16 Mio. Fr. zu kaufen und weiterführen.

7. September 2006: Vor der Vertragsunterzeichnung am Abend zieht sich der Retter Dietiker zurück.

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