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Nationalbank-Vizepräsident Roth: Weitere Straffung der Geldpolitik möglich

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) betrachtet eine weitere Straffung der Geldpolitik aus Sorge um die Preisstabilität als realistische Hypothese. Dies erklärte SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Roth sagte am Donnerstag (24.02.)in Singapur.

Dieser Inhalt wurde am 24. Februar 2000 - 12:59 publiziert

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) betrachtet eine weitere Straffung der Geldpolitik aus Sorge um die Preisstabilität als realistische Hypothese. SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Roth sagte am Donnerstag (24.02.)in Singapur zudem, es sei ungewiss ob die verblüffende Stabilität zwischen Franken und Euro anhalten werde.

Roth betrachtet die Chancen für ein inflationsfreies Wachstum der Schweizer Wirtschaft nach wie vor als intakt. Im laufenden Jahr könne mit einem realen Wachstum von 2,2 Prozent gerechnetwerden.

Der Vizepräsident der Nationalbank revidierte damit die bisherigen Prognosen der Notenbank von zwei Prozent Wachstum leicht nach oben. Mögliche Inflationsgefahren erblickt Roth wegen der Anzeichen von Engpässen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Ein stärkeres Wachstum könnte deshalb die bekannte Lohn-Preis-Spirale in Bewegung setzen.

Unter diesen Umständen sei eine weitere Straffung der Geldpolitik eine realistische Hypothese, sagte Roth gemäss dem in Zürich veröffentlichten Redetext. Die Nationalbank hatte ihre Geldpolitik seit Jahresbeginn bereits in zwei Schritten leicht verschärft, zuletzt am 3. Februar im Einklang mit der Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB).

In seinem Referat vor der Swiss Business Association in Singapur ging Roth auch der Frage nach, wieso sich der Kurs des Schweizer Frankens praktisch parallel zum Euro entwickelt hat und damit auch für die Nationalbank überraschenderweise stabiler blieb als zuvor im Vergleich zur D-Mark. Als Hauptgrund nannte er die Konvergenz der wirtschaftlichen Grunddaten in der Schweiz und im Euro-Raum.

Solide wirtschaftliche Gründe und nicht etwa eine im Geheimen verfolgte künstliche Strategie der Nationalbank zur Anbindung des Frankens an den Euro seien ausschlaggebend gewesen.

Hinzu komme, dass die Nachfrage nach Schweizer Franken als Reservewährung seit der Einführung des Euro zurückgegangen sei und dass der Franken weniger für spekulative Kapitalbewegungen verwendet werde. "Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für die Schweizer Wirtschaft", sagte Roth.

SRI und Agenturen

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