Neue Preissenkungsrunde für EU-Handykunden

Der Anruf aus den Ferien nach Hause wird für EU-Bürger günstiger. Bildagentur Begsteiger

Die EU will die Benutzung der Handys im Ausland auf die nächsten Sommerferien hin erneut deutlich verbilligen. Die schweizerische Kundschaft profitiert bestenfalls indirekt von den Preissenkungen in der EU.

Dieser Inhalt wurde am 25. März 2009 - 14:01 publiziert

Tiefe Handygebühren im Ausland sind ein politisches Paradepferd der EU, mit dem sie ihre Bürgernähe unter Beweis stellen will. Gestern einigten sich die Unterhändler des EU-Parlaments und der tschechischen EU-Präsidentschaft auf eine weitere Preissenkungsrunde. Die Chancen stehen gut, dass die EU-Staaten und das EU-Parlament dem Kompromiss zustimmen werden.

Verläuft alles wie geplant, kann sich die europäische Kundschaft ab 1. Juli 2009, also schon in den nächsten Sommerferien, erneut auf Tarifsenkungen freuen. Dies gilt für Verbindungen aus einem ausländischen EU-Staat nach Hause – und nur für Kunden aus EU-Ländern. Die Schweiz ist nicht von der Regelung erfasst.

Werden Tarife auch in der Schweiz sinken?

Allerdings hatte Swisscom nach der letzten Preissenkung in der EU die Handygespräche aus dem EU-Ausland für ihre Kundschaft auf EU-Niveau gesenkt. "Das Preisniveau wird auch für Schweizer Kunden mittelfristig weiter sinken", sagt Swisscom-Sprecher Carsten Roetz.

Er will jedoch nicht versprechen, dass Swisscom auch diesmal die Preissenkung der EU mitmacht. Eine konkrete Tarifsenkung wollten auf Anfrage auch Sunrise und Orange nicht versprechen.

"Es gibt keinen Automatismus", sagt Roetz. Zum einen muss Swisscom die Roamingtarife mit den EU-Telekomfirmen immer wieder neu aushandeln.

Andererseits ist man bei Swisscom offenbar enttäuscht, dass ihre letzte Preissenkung für Gespräche aus dem EU-Ausland die Konkurrenz in der Schweiz nicht unter Druck gesetzt hat. Roetz: "Swisscom hat 2007 die Preise gesenkt, die andern Anbieter haben nicht nachgezogen – aber dies gab keinen Aufschrei."

Zu hohes Preisniveau

Tatsächlich sind die Handygespräche aus dem EU-Ausland bei Orange und Sunrise für Normalkunden in der Regel nach wie vor teuer. Wer es günstiger haben will, muss sich bei diesen Gesellschaften nach Optionen erkundigen. Optionen mit zusätzlichen Vergünstigungen bietet auch die Swisscom an.

Ob die schweizerischen Normalkunden von der neuen Preissenkungsrunde in der EU profitieren werden, bleibt höchst ungewiss. Dies ist insofern enttäuschend, als in der EU ab Sommer nicht nur die Gespräche, sondern auch die SMS und das Herunterladen von Daten aufs Handy verbilligt werden. Zudem werden die Gebühren bis 2011 schrittweise weiter gesenkt.

swissinfo, Simon Thönen, Brüssel

Handy-Tarife im Vergleich

Gespräche: Telefoniert ein Deutscher aus den Ferien in Spanien mit dem Handy nach Hause, so zahlt er ab Sommer 2009 maximal 43 Cent (66 Rappen, ohne Mehrwertsteuer) pro Minute.

Zum Vergleich: Ein schweizerischer Normalkunde zahlt heute dafür bei Swisscom 85 Rappen, bei Sunrise 1,70 Franken. Orange variiert zwischen sehr günstig (40 Rp. ab der 2. Minute) und sehr teuer (2 Fr.).

SMS: Das Ferien-SMS des deutschen Touristen in Spanien wird ab Sommer höchstens 11 Cent (17 Rp.) kosten.

Schweizer Kunden zahlt bei Swisscom heute dafür 40 Rappen, bei Sunrise 50 Rp. und bei Orange 35 bis 45 Rp.

Daten: Für das Versenden von Photos oder das Herunterladen von Filmen auf das Handy werden in der EU bloss die zwischen Telefongesellschaften geltenden Höchstpreise vorgeschrieben. Sie betragen ab Sommer 1 Euro (1,53 Fr.) für ein Megabyte Daten.

Ein Schweizer Kunde im EU-Ausland zahlt für ein Megabyte: 14 Franken bei Swisscom, 15,6 Fr. bei Sunrise und 8 Fr. bei Orange.

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