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Neuer Neigezug der SBB gut gestartet

Erste Erfahrungen mit dem neuen IC-Neigezug stimmen zuversichtlich. Keystone

Der neue IC-Neigezug hat sich laut Angaben der SBB in der Praxis bisher bewährt. Rechtzeitig auf die Ferienreisezeit erhält der auf der Jurasüdfuss-Strecke fahrende Zug einen Speisewagen. Ein zweite ICN-Komposition kommt Ende Juli zum Einsatz.

Dieser Inhalt wurde am 21. Juni 2000 - 09:07 publiziert

Erste Erfahrungen mit dem für die SBB entwickelten IC-Neigezug auf der Jurafuss-Strecke zwischen Lausanne - Biel - St. Gallen sind positiv, wie SBB-Sprecher Christian Kräuchi am Mittwoch (21.06.) auf Anfrage sagte. Die Züge fahren mit eingeschalteter Neigetechnik, verkehren aber noch nicht schneller als konventionelle Züge, da der Fahrplan noch nicht darauf eingerichtet ist.

Ab Fahrplanwechsel 2001 sollen die ICN die Vorteile der Neizezugtechnik nutzen können und dank höherer Kurvengeschwindigkeit einen Fahrzeitgewinn von 15 Minuten zwischen Zürich und Lausanne bringen. Trotz Lieferverzögerungen beim ICN-Hersteller ADtranz hoffen die SBB, ab Ende Mai nächsten Jahres mit vorerst 20 der 24 bestellten siebenteiligen ICN-Einheiten das Vollangebot auf der Jurafuss-Strecke fahren zu können.

Mitte Juli und damit rechtzeitig auf die Sommerferienzeit erhält der ICN einen von der Gesellschaft Mitropa bedienten Speisewagen. Ende Juli soll eine zweite, zusammengekoppelte ICN-Einheit auf die Strecke geschickt werden. Ein erster ICN mit 900 Sitzplätzen - bestehend aus zwei zusammengekoppelten Einheiten - ist seit dem Fahrplanwechsel vom vergangenen 28. Mai im Einsatz.

Der Zug bedient täglich zwei Mal die Strecke Lausanne - Biel - St. Gallen und zurück. Eine ICN-Komposition besteht aus einem siebenteiligen Triebzug mit 450 Sitzplätzen; weil dieses Sitzplatzangebot zwischen Biel und Zürich in der Regel nicht ausreicht, werden zwei Einheiten zusammengehängt.

Lehren aus der Pendolino-Inbetriebnahme

Im Gegensatz zum Pendolino der Cisalpino AG, der nach der nach seiner Inbetriebnahme im September 1996 immer wieder mit Kinderkrankheiten zu kämpfen hatte, sind laut Kräuchi beim neuen ICN in der Praxis noch keine Störungen aufgetreten. "Wir haben versucht, aus der relativ überstürzten Inbetriebnahme des Pendolinos zu lernen", sagte er.

Im Unterschied zum Pendolino der Cisalpino AG - einer Tochtergesellschaft der SBB, der italienischen Staatsbahnen FS und der BLS - haben die SBB beim ICN vor dem fahrplanmässigen Einsatz mit einem Prototyp ein Jahr lang Erfahrungen gesammelt.

Zudem werde der Zug derzeit intensiv technisch betreut, sagte Kräuchi. "Die wahre Belastungsprobe kommt aber noch mit dem täglichen Betrieb", fügte er hinzu. Im Gegensatz zum Pendolino macht die ICN-Neigezugstechnik den Zugsreisenden offenbar weniger zu schaffen. Kräuchi hat zumindest noch keine Meldungen erhalten, wonach es Passagieren im SBB-Neigezug schlecht geworden ist.

Diesen Unterschied führte er auf den Technikvorsprung zurück: Während die Neigezugtechnik im Pendolino hydraulisch angetrieben ist, wird die Wagenkastenneigung beim ICN elektrisch betätigt. Der Pendolino werde zudem im Gegensatz zum ICN auf kurvenreichen Strecken wie am Gotthard und am Lötschberg eingesetzt. Auch in diesem Bereich stehe die Nagelprobe aber noch bevor, weil der ICN erst auf den nächsten Fahrplanwechsel mit vollem Tempo in die Kurven liegen werde.

swissinfo und Agenturen

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