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Neuer Rekord für Patrouille des Glaciers

Die Walliser Patrouille beim militärischen Bergwettkampf der PDG im Mai 2000.

(Keystone)

Seit sie zum ersten Mal durchgeführt wurde ist die Patrouille des Glaciers ein Erfolg. Vom 22. bis 24. April findet nun die 11. Auflage statt.

Die Veranstalter erwarten einen neuen Teilnehmer-Rekord von 987 Equipen.

Die Patrouille des Glaciers (PDG) findet in der Regel alle zwei Jahre statt und ist in zwei Wettbewerbe unterteilt. Das Hauptrennen, die Königsdisziplin, führt über 53 Kilometer (110 Leistungskilometer) von Zermatt VS nach Verbier VS.

Hierfür liegen Anmeldungen von 332 Patrouillen - darunter 19 Frauen-Equipen - vor, wie der Sprecher der Patrouille des Glaciers, Jean-Marie Cleusix, bestätigte. Insgesamt nehmen 996 Personen am "grossen" Rennen teil, bei dem 3994 Höhenmeter überwunden werden müssen.

Insgesamt 88 reine Frauen-Teams

655 Patrouillen nehmen am zweiten, "kleinen" Rennen zwischen Arolla VS und Verbier VS teil. Sie müssen eine Distanz von 25 Kilometern (50 Leistungskilometer) und 1881 Höhenmeter zurücklegen. Hier stehen 69 reine Frauen-Teams am Start.

Die diesjährige Zahl der Teilnehmenden schlägt alle bisherigen Rekorde; die Zahl der Anmeldungen war enorm. Die Veranstalter mussten aus Sicherheitsgründen über 420 Bewerbungen zurückweisen.

Zugenommen hat auch die Zahl der ausländischen Teilnehmer. Allein die Franzosen und Italiener starten mit 26 respektive 30 Patrouillen.

Ausgezeichnete Schneeverhältnisse

Der bisherige Zeitrekord liegt bei 7 Stunden und 3 Minuten, erzielt im Jahre 2000 von einer Patrouille der Schweizer Grenzwächter. Er könnte heuer nicht zuletzt wegen der derzeit ausgezeichneten Schneeverhältnisse gebrochen werden.

Halten diese an, könnten die Teilnehmer ihre Skis auch in den tieferen Lagen anbehalten, freut sich Cleusix.

Zwei Wochen vor dem Startschuss waren die Strecken abgesteckt. Die Teilnehmer sind ungeduldig und absolvieren die letzten Konditionstrainings.

Für Gérard Bagnoud, einen Walliser Patrouilleur, ist dieser Wettbewerb einzigartig. Es sei ein Ausdauertest, bei dem man den Kopf nicht ständig über eine Lenkstange gebeugt habe. Sie, die Patrouilleure, hätten sogar Zeit, die Landschaft zu bewundern.

Den Veranstaltern ist es denn auch ein Anliegen, dass die Patrouille des Glaciers einzigartig bleibt, "basierend auf dem Geist der Seilschaft", wie Cleusix sagt. Eine Anpassung der Regeln an die europäischen Wettkampfregeln stehe deshalb nicht zur Diskussion.

Keine Doping-Kontrollen

Das heisst, dass es beispielsweise auch weiterhin keine Doping-Kontrollen geben wird. Einerseits käme dies zu teuer, andererseits würden jene Teilnehmer, bei denen allenfalls ein Verdacht besteht, bei der Teilnahme an anderen Wettkämpfen regelmässig kontrolliert.

Bei einer "Europäisierung" der Patrouille des Glaciers wäre etwa auch die "Hexenabfahrt" nicht mehr zugelassen, bei der die Konkurrenten geradeaus fahren und nur mit den Stöcken bremsen dürfen, auf welche sich der Skifahrer setzt.

Nicht nur die Teilnehmer und Veranstalter möchten an dieser Tradition festhalten, auch die Zuschauer schätzen dieses Spektakel.

Wie weiter?

Für die Durchführung der Patrouille des Glaciers ist auch nach der Auflösung der Gebirgsdivision 10 die Schweizer Armee zuständig. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat sich indes noch nicht offiziell zum künftigen Schicksal der PDG geäussert.

Der Schleier des Geheimnisses wird erst am 23. April gelüftet, einige Stunden vor dem Start der "grossen" Patrouille und in Anwesenheit von VBS-Vorsteher Bundesrat Samuel Schmid. Er wird es auch sein, der um 23 Uhr den Startschuss gibt - sofern die Wetterbedingungen es zulassen.

swissinfo und sda, Sylvie Kunz

Fakten

Die Patrouille des Glaciers findet vom 22. - 24. April statt
Sie ist in zwei Wettbewerbe unterteilt: Das Hauptrennen (53 km von Zermatt nach Verbier); das "kleine" Rennen (25 km zwischen Arolla und Verbier)

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In Kürze

Die Idee der Patrouille des Glaciers begann während der Mobilisation in den Jahren 1939-1945 zu reifen, als die Schweiz durch eine Invasion bedroht war.

Am Anfang hatte die PDG einen strikt militärischen Charakter: Sie sollte den Teilnehmenden ermöglichen, ihre alpinen Erfahrungen anzuwenden. Dieses ursprüngliche Ziel hat sich im Laufe der Zeit erheblich erweitert.

Die Armee erfüllt in Bezug auf die PDG eine doppelte Rolle:
Einerseits erfordert die Organisation eines Wettkampfes von diesem Ausmass Mittel, wie sie nur die Armee zu erbringen vermag.
Andererseits fördert dieser Wettkampf den Kontakt zwischen Angehörigen der Armee und Zivilisten, die das gleiche Ideal haben: die Höchstleistung im Hochgebirge.

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