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Neues franko-schweizerisches Zentrum für Biotech

Genf und Rhône-Alpes wollen zusammenspannen.

(RSR)

Im Grenzgebiet zwischen Frankreich und der Schweiz soll ein neues Zentrum für Forschung und Biotech-Unternehmen geschaffen werden, um gegenüber den USA aufzuholen.

Nach Basel und Strassburg wollen Genf und die Region Rhône-Alpes in diesem Sektor zum neuen europäischen Knotenpunkt werden.

Die Sponsoren des Biotech-Zentrums hoffen, dass es sich punkto Innovation und Kreativität mit Boston und Silicon Valley wird messen können.

An einem Treffen in Genf am Dienstag lobten Behördenvertreter aus der Schweiz und Frankreich das Unterfangen als wichtigen Schritt zur Förderung internationaler Wettbewerbsfähigkeit.

"Diese Vereinbarung zwischen den Regierungen Frankreichs und der Schweiz möchte die wissenschaftliche Forschung und High-Tech-Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern verbessern," sagte Robert Kuster, Vize-Präsident der Schweizer Vereinigung für Biowissenschaften, Bioalps.

Genug Ressourcen

"Doch besteht auch die Ansicht, dass wir zusammen mit unseren Ressourcen und Fachleuten das Zeug zu einem hervorragenden Weltzentrum haben, wie Boston und Silicon Valley in den USA", sagte er gegenüber swissinfo.

Kern des Abkommens ist ein Forschungs-Zentrum, wofür die Pläne in den nächsten sechs Monaten ausgearbeitet werden. Es bezweckt auch, Biotech-Investoren in die Region zu locken und gleichzeitig das Abwandern französischer und schweizerischer Wissenschafter in Länder wie die USA zu bremsen.

"Wir sind bestrebt, über die Grenzen hinweg Synergien zu schaffen (...) und die öffentliche und private Finanzierung anzukurbeln", sagte die Präsidentin der französischen Region Rhône-Alpes, Anne-Marie Comparini.

"Aber wir müssen auch den talentierten jungen Leuten in unseren Universitäten Möglichkeiten und Anreize bieten, damit sie da bleiben, so dass sie der europäischen Industrie und Wirtschaft zu Wachstum verhelfen können", sagte sie gegenüber swissinfo.

Vorbildcharakter

Erst letzte Woche unterzeichnete die Schweiz ein Abkommen mit der Europäischen Union, das Schweizer Forschern den selben Zugang zu wisschenschaftlichen und technologischen Projekten gewährt wie ihren Kollegen in der EU.

Und Comparini glaubt, dass der französisch-schweizerische Deal als Modell für weitere europäische Zusammenarbeit dienen könnte.

"Indem wir unsere wissenschaftlichen Beziehungen stärken, zeigen wir dem restlichen Europa, dass Forschung nicht Sache eines einzigen Landes sein kann", sagte Comparini.

"Das ist eine europäische Angelegenheit, und mit diesem Abkommen bauen die Schweizer und Franzosen ein europäisches Forschungsnetzwerk."

Biodata 2004

Die Vereinbarung wurde am Dienstag zu Beginn einer zweitägigen "Biodaten"-Konferenz in Genf angekündigt.

Die Veranstaltung bringt Biotech- und Pharma-Unternehmen sowie Investoren zusammen und wird bereits zum dritten Mal durchgeführt.

Der Biodata 2004-Vorsitzende, Hervé de Kergrohen, sieht die Schaffung der neuen Forschungs-Stiftung als Zeichen dafür, dass die Aussichten für die Biotech-Industrie erfreulich sind.

"Letztes Jahr standen die Sorgen der Investoren und stagnierende Weltfinanzmärkte im Mittelpunkt des Anlasses", sagte de Kergrohen.

"Aber dieses Jahr warten wir dank erneutem Interesse seitens der Investoren mit einer positiveren Botschaft auf", sagte er weiter.

swissinfo, Anna Nelson, Genf
(Übersetzung aus dem Englischen: Monika Lüthi)

In Kürze

Die Schweiz und Frankreich haben sich geeinigt, eine gemeinsame Stiftung für wissenschaftliche Forschung zu schaffen, um Biotech-Investitionen zu fördern.

Hauptzweck der Initiative ist die Schaffung eines "europäischen Silicon Valleys" in der Grenzregion zwischen Frankreich und der Schweiz.

Die ostfranzösischen Regionen im Elsass, der Franche-Comté und der Rhône-Alpes sollen grenzüberschreitend gemeinsam mit den Schweizer Kantonen Basel, Freiburg, Genf, Jura, Neuchâtel, Wallis und Waadt zusammenarbeiten.

Das Abkommen wurde zur Eröffnung von Biodata 2004 bekannt gegeben.
Der jährliche Anlass in Genf bringt schweizerische und ausländische Biotech-Firmen, pharmazeutische Unternehmen und Investoren zusammen.

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