Nichtrauchertag: Weniger Belästigung durch Rauch

Obwohl sich weniger Menschen übers Passivrauchen beklagen, ist eine neue Anti-Rauch-Kampagne geplant. Keystone Archive

Die Schweizer Bevölkerung fühlt sich vom Tabakrauch weniger belästigt als noch vor zehn Jahren. Dies teilte die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention (AT) im Hinblick auf den Tag des Nichtrauchens vom Donnerstag (31.05.) mit. Das Motto des Nichtrauchertags ist "Passivrauchen tötet - für rauchfreie Luft".

Dieser Inhalt wurde am 31. Mai 2001 - 08:44 publiziert

In einer im Auftrag des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel durchgeführten Umfrage sagten im vergangenen November 61 Prozent der 326 telefonisch Befragten, sie fühlten sich in Restaurants durch Tabakrauch belästigt. 1990 waren es noch 67 Prozent. Von 35 auf 24 Prozent nahm der Anteil der Erwerbstätigen ab, die sich am Arbeitsplatz von Rauch gestört fühlen. In öffentlichen Transportmitteln sank die Anzahl belästigter Personen gemäss der vom LINK Institut für Markt- und Sozialforschung Luzern durchgeführten Umfrage von 47 auf 35 Prozent.

Laut der Arbeitsgemeinschaft widerspiegeln diese Zahlen die Bemühungen der vergangenen Jahre für eine rauchfreie Umgebung. Viele Firmen hätten ihren Betrieb rauchfrei gestaltet und nötigenfalls Rauchzonen eingerichtet. Auch in den Zügen habe das Angebot rauchfreier Abteile deutlich zugenommen. Gastbetriebe hätten sich hingegen oft damit begnügt, Nichtraucher-Ecken anzuschreiben.

Die Anstrengungen für eine rauchfreie Umwelt sollen mit dem Tag des Nichtrauchens fortgesetzt werden, der von der Weltgesundheitsorganisation unter das Motto "Passivrauchen tötet - für rauchfreie Luft" gestellt wurde. Selbst in kleinen Dosen könne Tabakrauch sowohl kurz- als auch langfristig die Gesundheit schädigen.

Besonders stark seien die Auswirkungen bei Kindern, die unter Atemwegsbeschwerden, Mittelohrentzündungen sowie Asthmaanfällen litten. Auch das Risiko des plötzlichen Kindstodes werde durch Passivrauchen erhöht. Die Arbeitsgemeinschaft kritisierte zudem die Tabakindustrie, die seit 1970 um die Schädlichkeit des Passivrauchens wisse. Sie habe ihre Erkenntnisse stets hinter verschlossenen Türen gehalten und verwässert.

Der Aufhörwettbewerb "Ihr Rauchstopp ist 5'000 Franken wert" wird auch in diesem Jahr durchgeführt. Wer vom 31. Mai bis zum 28. Juni auf die Glimmstengel verzichtet und dies von einer weiteren Person bezeugen lässt, kann 5'000 Franken gewinnen. Zehn weitere Neu-Nichtraucher können 500 Franken in bar erhalten. Von den Wettbewerbsteilnehmern von 1999 haben 31 Prozent laut AT auch zwölf Monate später nicht mehr geraucht.

Zigarettenindustrie lanciert Präventionskampagne

Die schweizerische Zigarettenindustrie lanciert mit rund einer Million Franken eine Präventionskampagne gegen das Rauchen bei Jugendlichen. Damit soll das "gesellschaftliche Phänomen von Rauchgewohnheiten bei Jugendlichen" eingedämmt werden, wie die Vereinigung der schweizerischen Zigarettenindustrie (CISC) mitteilte. Ab Anfang Juni werden auf rund einem Dutzend Fernsehkanälen Werbespots unter dem Motto "Nichtrauchen ist cool" zu sehen sein. Andere Aktionen in Form von Inseraten und Plakaten sollen folgen.

swissinfo und Agenturen

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