Niederlage für Gret Haller: Sie wird nicht Menschenrechtskommissarin des Europarats

Der Spanier Àlvaro Gil-Robles ist am Dienstag (21.09.) zum neuen Menschenrechtskommissar des Europarats gewählt worden. Der Schweizerin Gret Haller (Bild) musste sich bei der Wahl in Strassburg mit dem zweiten Platz begnügen.

Dieser Inhalt wurde am 22. September 1999 - 07:51 publiziert

Der Spanier Àlvaro Gil-Robles ist am Dienstag (21.09.) zum neuen Menschenrechtskommissar des Europarats gewählt worden. Der Schweizerin Gret Haller (Bild) musste sich bei der Wahl in Strassburg mit dem zweiten Platz begnügen.

Gil-Robles erhielt in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats 97 von 193 gültigen Stimmen. Er erreichte damit exakt das absolute Mehr. Auf Gret Haller entfielen 56 Stimmen; auf die dritte Kandidatin - die Rumänin Monica Luisa Macovei - 40 Stimmen.

Der 55jährige Gil-Robles ist Jurist, lehrt als Universitätsprofessor in Madrid und war in verschiedensten Gremien als Experte in Menschenrechtsfragen tätig. Er dürfte bei der Wahl namentlich Unterstützung aus den EU-Ländern erhalten haben.

Gret Haller erklärte in ersten Stellungnahmen nach der Wahlniederlage, sie sei nicht enttäuscht. Eine Analyse des Wahlresultats zeige, dass der Ausgang mit dem Gewicht der EU zu tun habe. 'Mir scheint, die Schweiz hat kaum mehr eine Chance, wenn sie gegen einen EU-Kandidaten antritt', sagte Haller gegenüber der Schweizerischen Depeschenagentur SDA. Dieser Sachverhalt - so Haller weiter - bestärke sie in der Überzeugung, dass ausserhalb der EU kaum mehr Politik zu machen sei.

Die 1947 geborene Gret Haller ist seit 1996 Ombudsfrau für Menschenrechte in Bosnien-Herzegowina. Die Juristin blickt auf breite Erfahrung in Menschenrechts- und Europafragen zurück und war Botschafterin der Schweiz beim Europarat. Zuvor war sie Mitglied der Berner Stadtregierung. 1994 präsidierte sie die Grosse Kammer des Schweizer Parlaments, den Nationalrat.

SRI und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen