Notsignale aus Bern stabilisieren Swissair-Kurs

Swissair: Nothilfe aus Bern? Keystone

Signale für eine mögliche Nothilfe aus Bern haben den Kurssturz der Swissair-Aktie am Mittwoch gebremst. Die zuständigen Bundesräte Leuenberger und Villiger gaben sich zwar weiter zurückhaltend. Im Parlament stieg aber die Bereitschaft, die Frage der Bundeshilfe im Lichte der jüngsten Ereignisse neu zu prüfen.

Dieser Inhalt wurde am 19. September 2001 - 18:37 publiziert

Die Swissair-Aktie schien am Mittwoch bei rund 50 Franken einen Boden zu finden. Im Tagesverlauf stieg der Titel vorübergehend auf 52,45 Franken, was einen Gewinn von 11,6% im Vergleich zum Vorabend bedeutete. Zum Handelsschluss lag der Titel bei 49,85 Franken und damit noch 6,1% im Plus.

Von der Swissair selber lagen keine neuen Informationen vor. Nach unbestätigten Angaben der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" tagte die Konzernleitung am Mittwoch, um das Sanierungs-Programm der neuen Lage nach den Terroranschlägen in den USA anzupassen.

Zurückhaltende Bundesräte

Ob bereits ein formelles Hilfsgesuch an die Bundesbehörden vorliegt, wollte auch Finanzminister Kaspar Villiger nicht sagen. In einem Interview des Zürcher "Tages-Anzeigers" bekräftigte er aber, dass die Haltung des Bundesrats unverändert sei: Jede staatliche Unterstützung der Swissair käme einer Wettbewerbs-Verzerrung gleich und stünde im Widerspruch zum Freihandels-Abkommen mit der EU.

Bundespräsident Moritz Leuenberger sagte in Brüssel, der Bund werde nicht für Managementfehler bei der Fluggesellschaft in die Lücke springen. Sollte es wegen der im Gefolge der Terroranschläge von anderen Ländern beschlossenen Massnahmen aber zu Wettbewerbs-Verzerrungen kommen, sei man zum Überdenken der Lage bereit.

In der "Tagesschau" des Deutschschweizer Fernsehens ergänzte Leuenberger: "Wir möchten nicht, dass die Swissair abstürzt, aber bevor wir mit grossen Unterstützungen daherkommen, will ich wissen, mit welcher Strategie sich die Swissair sanieren will, um dereinst in die schwarzen Zahlen zu kommen."

Swissair-Debatte im Parlament

Bei der Staatshilfe für die Airline-Branche in den USA im Gefolge der Terroranschläge setzen auch die Bemühungen von Parlamentariern vor allem aus den Fraktionen von CVP und FDP ein. Das Büro des Ständerats beschloss am Mittwoch eine dringliche Debatte in der dritten Sessionswoche über eine Interpellation des Tessiner CVP-Vertreters Filippo Lombardi. Seine Partei und Spitzenvertreter der FDP hatten auch einen runden Tisch mit Swissair, Banken und Bund angeregt.

swissinfo und Agenturen

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