Olma eröffnet: Couchepin spricht Klartext

Wirtschaftsminister Couchepin spricht sich für noch mehr Markt in der Landwirtschaft aus. Keystone / Lukas Lehmann

Die 58. Olma, die Messe für Land- und Milchwirtschaft, wurde in St. Gallen eröffnet. Wirtschaftsminister Couchepin zog in seiner Rede eine wohlwollende Bilanz zur "Agrarpolitik 2002". Ansonsten sprach er deutliche Worte an die Adresse der Landwirtschaft.

Dieser Inhalt wurde am 12. Oktober 2000 - 15:52 publiziert

In seiner Rede an der OLMA erklärte Couchepin, dass die Konjunktur Hochs und Tiefs kenne. Der Staat könne diese nicht verhindern. Jedoch könne er Massnahmen ergreifen und Reformen einleiten. Wie weit diese in der Schweiz gediehen seien, würde man beim nächsten Konjunktureinbruch sehen, der bestimmt auch komme.

Couchepin weiss, dass die OLMA eine Landwirtschaftsmesse ist und er weiss auch, dass die Bauern zur Zeit einmal mehr unzufrieden sind. So kam der Wirtschaftsminister schnell auf die Agrarpolitik zu sprechen.

Die "Agrarpolitik 2002" - so Couchepin - sei nun bald zwei Jahren in Kraft. Eine erste Bilanz zeige, dass der Übergang zu mehr Markt und weniger Staat besser verlaufen sei, als dies gewisse Kreise vorausgesagt hätten. Die Käseexporte würden steigen. An gewissen Orten fehle es gar an Milch um Milchprodukte herzustellen.

Die bilateralen Landwirtschafts-Abkommen mit der EU böten neue Absatzmöglichkeiten. Und zwar in jenen Gebieten wo die Schweizer Landwirtschaft stark sei: bei Milch- und Bio-Produkten.

Dem Trend in der Landwirtschaft, alles durch die national gefärbte Brille zu sehen, hielt Couchepin entgegen, dass Landwirtschaftspolitik nicht nur auf nationaler Ebene betrieben werde. "Man kann es nicht genug betonen", sagte Couchepin, "ein kleines Exportland wie die Schweiz benötigt im internationalen Kontext ein hohes Mass an Rechts-Sicherheit!"

Zwar zeigte der Wirtschaftsminister Verständnis für die Härten, welche mit der Anpassung der Schweizer Landwirtschaft an Markt und weniger Staat verbunden sind. Kein Verständnis aber hatte Couchepin mit den Kreisen, die verlangten, dass die Agrarreform jetzt hier enden solle.

"Wenn wir unseren Bäuerinnen und Bauern sowie dem ganzen Nahrungsmittelsektor Zukunftsperspektiven geben wollen", sagte Couchepin, "müssen die im Vergleich zur Europäischen Union bestehenden Defizite sowohl strukturell wie auch kostenseitig verkleinert werden."

"Die Konkurrenz schläft nicht!" sagte Couchepin abschliessend. In der Schweiz aber auch im Ausland verbessere sich die Wettbewerbsfähigkeit kontinuierlich. Es sei deshalb entscheidend Entwicklungen vorwegzunehmen. Auch in der Landwirtschaft. Weitere Änderungen im Landwirtschaftsgesetz würden deshalb bereits in Angriff genommen.

Die Olma gehöre zu ihrer Kindheit, sagte anschliessend die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer (Zürich ist Gastkanton): Sie sei immer nach der Weinlese und wenn die Mostbirnen beim Nachbarn geschüttelt worden seien mit Eltern und Geschwistern an die Olma gegangen. St. Gallen und Zürich seien auch Landwirtschaftskantone mit Produkten, die über die Kantonsgrenze hinaus bekannt seien.

Die 58. Olma in St. Gallen dauert dieses Jahr vom 12. bis 22. Oktober.

swissinfo und Agenturen

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