"Kinderschutz zuerst"

Das Kinderhilfswerk Terre des hommes zeigt sich besorgt: Laut einer von ihm erstellten Studie verschwinden immer wieder unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche, die als Asylsuchende nach Europa kommen – auch in der Schweiz.

Dieser Inhalt wurde am 29. Januar 2010 - 17:54 publiziert

In den vier dazu untersuchten Ländern - Schweiz, Belgien, Frankreich und Spanien - stellten sich die gleichen Probleme, sagt Sofia Hedjam, Autorin der Studie. "Und dabei handelt es sich nicht um ein marginales Phänomen."

Die von ihren Eltern und Verwandten getrennten Kinder und Jugendlichen seien besonders gefährdet, in die Kriminalität, in Drogen oder in die Prostitution abzurutschen, wie Hedjam sagt.

Laut Terre des hommes kommen jedes Jahr über 600 unbegleitete Minderjährige in die Schweiz und beantragen Asyl. Die Mehrheit von ihnen stammt aus Somalia, Nigeria, Guinea, Gambia und Irak. Sie würden aufgegriffen und an die entsprechenden Empfangszentren verwiesen, wo sie manchmal gar nicht erst ankämen.

Viele minderjährige Asylsuchende tauchten auch während des Asylverfahrens, spätestens aber nach einem abschlägigen Asylentscheid ab. Möglicherweise würden viele dieser Minderjährigen in der Schweiz rekrutiert und festgehalten, um später ins Ausland geschickt zu werden, wo man sie ausbeute.

Terre des hommes bemängelt, "dass es in der Schweiz an spezialisierten Einrichtungen für den Schutz von minderjährigen Opfern des Menschenhandels fehlt". Die Organisation fordert: "Kinderschutz zuerst!"

swissinfo.ch und Agenturen

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