Post: Rekordgewinn und Zustupf für die Bundeskasse

Die Post ist weiterhin auf Erfolgskurs. Keystone

Die Geschäfte der Schweizerischen Post laufen wie geschmiert: 2007 erzielte sie einen Rekordgewinn von 909 Millionen Franken. Erstmals liefert sie dem Bund 250 Millionen ab.

Dieser Inhalt wurde am 19. März 2008 - 12:09 publiziert

Weniger gut lief das Geschäft mit der Briefpost, wo der Gelbe Riese einen Gewinnrückgang von 38% verzeichnete. Trotzdem sieht sich die Post dem Wettbewerb gewachsen.

Die Post geschäftete gut im zehnten Jahr ihrer Selbständigkeit: Nach dem Rekordgewinn für das Jahr 2007 von 909 Millionen Franken liefert die Post erstmals Geld an den Bund ab.

Der Eigner soll 250 Millionen Franken erhalten, wie Postchef Ulrich Gygi am Mittwoch vor den Medien in Bern bekannt gab. Zeit zum Ausruhen bleibt dem "Gelben Riesen" nach seiner Darstellung nicht.

Gygi wiederholte seine Forderung, dass die Post in einem liberalisierten Mark Handlungsspielraum erhalten müsse. Dazu gehöre etwa, dass PostFinance im Hypotheken- und Kreditmarkt eigenständig auftreten dürfe. Im Vorschlag des
Bundesrates zum neuen Postgesetz ist dies nicht vorgesehen.

Der vorab angekündigte Sprung über die 900-Millionen-Franken-Grenze beim Reingewinn entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Verbesserung um 8,6 Prozent oder 72 Mio. Franken.

Der Umsatz der Post stieg sogar um 10,3 Prozent auf 8,7 Mrd. Franken. Dadurch sank allerdings die Umsatzrendite leicht auf 9,9 Prozent (Vorjahr: 10,4%), wie die Post am Mittwoch an ihrer Bilanz-Medienkonferenz mitteilte.

Einbruch beim Briefpostgeschäft

Gewinn- und Umsatzwachstum wurden wesentlich durch die PostFinance geprägt. Das Betriebsergebnis der Finanzdienstleistungen stieg um knapp 30 Prozent auf den neuen Höchststand von 318 Mio. Franken.

Das ausgezeichnete Resultat von PostFinance führte Post-Finanzchef Hans-Peter Strodel auf die höheren Renditen am Geld- und Kapitalmarkt zurück. Aber auch die erhöhten Preise bei Bargeldeinzahlungen hätten einen Einfluss gehabt. Wertberichtigungen musste PostFinance keine vornehmen

Einen Einbruch verzeichnete die Post beim Briefpostgeschäft. PostMail erreicht nurmehr ein Betriebsergebnis von 236 Mio. Franken. Dies sei auf den Aufwand für die Restrukturierung REMA zurückzuführen. PostFinance steigerte das Betriebsergebnis dagegen auf 318 Mio. Franken (2006: 245 Millionen).

"Angemessener Gewinn"

Deutlich mehr Geld als im Vorjahr warf ausserdem der Bereich "Übrige" ab. Hier resultierte vor allem dank den Immobilien eine Zunahme des Betriebsgewinns um 47 Prozent auf 196 Mio. Franken. Der Verlust im Segment Poststellen und Verkauf wurde von 111 auf 25 Mio. Franken reduziert.

Der Personalbestand stieg konzernweit ohne Lernpersonal um 1269 Vollzeitstellen oder 3 Prozent auf 43'447 Vollzeitstellen. Im Stammhaus baute der zweitgrösste Arbeitgeber der Schweiz aber 1907 Vollzeitstellen oder 5,4 Prozent auf noch 33'419 Stellen ab.

Konzernchef Gygi sprach von einem wohl begründeten und angemessenen Gewinn. Die Post verlange weder zu hohe Preise, noch gehe es ihr so gut, dass weitere Restrukturierungen nicht mehr nötig seien.

250 Millionen für den Bund

Die Post stellt fest, dass sie wettbewerbsfähig sei. Dem Bundesrat beantragt der Verwaltungsrat, erstmals seit der rechtlichen Verselbstständigung vor zehn Jahren 250 Mio. Franken an den Bund abzuliefern. Im diesjährigen Budget hatte der Bund allerdings nur mit 200 Mio. Franken gerechnet. Weitere 250 Millionen Franken aus dem Gewinn fliessen als Einmaleinlage in die Pensionskasse als Arbeitgeberbeitragsreserve, und 202 Mio. Franken sollen den Reserven der Post zugewiesen werden.

Zur Marktöffnung und der vom Bundesrat geplanten beschleunigten Senkung des Briefmonopols von 100 auf 50 Gramm sagte Gygi laut Redetext, dass die raschere Gangart das Risiko des Scheiterns an der Urne beinhalte. Unabhängig vom Zeitpunkt der Liberalisierung bekräftigte die Postspitze ihre Forderung nach gleich langen Spiessen und nach Spielraum bei der Weiterentwicklung der Grundversorgung.

swissinfo und Agenturen

Liberalisierung

Die Liberalisierung des Postmarktes findet in zwei Schritten statt: Im April 2009 wird das Monopol für Briefe über 50 Gramm (zurzeit liegt die Grenze bei 100 Gramm) aufgehoben. 2012 wird der gesamte Postmarkt geöffnet.

In der Europäischen Union sollen die Märkte bis spätestens Ende 2010 für private Anbieter geöffnet sein. Luxemburg, Griechenland sowie die neuen EU-Staaten erhalten noch eine Schonfrist von weiteren zwei Jahren.

Das neue Postgesetz sollte bis 2012 in Kraft treten. Das letzte Wort hat jedoch die Schweizer Bevölkerung: Es untersteht dem fakultativen Referendum.

Die Post behält ihr Leistungsmandat bis 2017. Danach wird es ausgeschrieben.

Die Post wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Jegliche Bestimmungen, die die Post gegenüber der Konkurrenz benachteiligen oder bevorteilen werden damit aufgehoben.

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