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Post: Trotz Gewinn keine Euphorie

Die Paketpost macht immer noch Verlust - aber weniger als letztes Jahr.

(Keystone)

Die Post hat ihren Gewinn um 64% auf 194 Mio. Franken gesteigert. Die Konzernspitze ist aber nur bedingt zufrieden und will rentabler werden.

Um rentabler zu werden, will die Post die Tarife der Paketpost anheben, die Briefpost bis 2009 umorganisieren und das Poststellen-Netz weiter umbauen. Auch wird es zu einem Stellenabbau kommen, über das Ausmass machte die Post noch keine Angaben.

Die Gewerkschaft Kommunikation zeigte Verständnis für die angekündigten Preiserhöhungen bei der Paketpost. Hingegen kündigte der Dachverband der Wirtschaft, economiesuisse, bereits Widerstand gegen die Tarif-Erhöhungen an. Auch aus Konsumenten-Kreisen wurde Kritik laut.

Postfinance und Briefpost brachten Geld

Mit 194 Mio. Franken lag der Konzerngewinn im vergangenen Jahr um 76 Millionen höher als im Jahr zuvor. Der Umsatz der Post konnte 2001 um 3,4% auf 6,228 Mrd. Franken erhöht werden. Die Umsatz-Rendite lag bei 3,1.

Umsatz- und ertragsstarke Bereiche waren wie im Vorjahr die Postfinance mit einem Netto-Ertrag von 167 Mio. Franken und die Briefpost mit einem Netto-Ertrag von 83 Mio. Franken.

Auch die Paketpost konnte ihr Ergebnis verbessern und schloss mit einem Verlust von 151 Mio. Franken um 104 Mio. Franken besser ab als im Vorjahr.

Der Betriebserfolg vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBDIT) stieg um 133 Millionen auf 545 Mio. Franken.

Gedämpfte Freude

"Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick sehr gut aus", sagte Post-Konzernleiter Ulrich Gygi am Donnerstag in Bern vor den Medien. Aber: "Es entspricht noch keinesfalls den Standards der erfolgreichsten Unternehmen der Post- und Logistikbranche." Selbständiges langfristiges Überleben erfordere Renditen von mindestens 5%.

Um dies zu erreichen, will das Unternehmen die Produktivität weiter steigern. Dazu soll das neue Briefzentren-Konzept REMA beitragen. Mit REMA will die Post den Automatisierungsgrad bei der Briefpost erhöhen. Statt der heute 18 peilt die Post ein Modell mit 1 bis 12 Verteil-Zentren an.

Bis im Jahr 2005 will die Post ein Pilotzentrum bauen. Das Projekt REMA - eine Investition von 1 Mrd. Franken - soll bis im Jahr 2009 umgesetzt sein.

Mehr über Stellenabbau im Herbst

Ulrich Gygi verheimlicht nicht, dass dieses neue Projekt auch mit einem Stellenabbau verbunden ist. "Ich weiss noch nicht in welchem Rahmen der Abbau erfolgen wird. Im Herbst wird man mehr über das Ausmass wissen", sagte Gygi. Der Personalbestand sank im letzten Jahr um 1,3% auf 44'019 Vollzeitstellen.

Um das Ergebnis weiter zu verbessern, würden auch andere Massnahmen studiert, wie der weitere Umbau des Poststellen-Netzes. Die Verbesserung der Ertragskraft lässt sich aber laut Ulrich Gygi nicht allein mit Produktivitäts-Fortschritten realisieren.

Tariferhöhungen

So habe die Post beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) beantragt, auf Anfang 2003 die Paketpreise im Monopolbereich zu erhöhen. Der Entscheid des UVEK werde für den Sommer erwartet. Die Preise für A- und B-Briefe sollen jedoch bis 2004 unverändert bleiben, sagte Gygi.

Die Post behalte sich aber vor, bei Leistungen im Wettbewerbs-Bereich auch kurzfristig noch Änderungen vorzunehmen. Preiskorrekturen könnten in den Bereichen vorgenommen werden, in denen die Post die Preise selber bestimmen kann: Dies sind Brief- und Paketpost über zwei Kilo, Expresspost und Swiss Post International.

Die Post wolle zudem eine klare Abgrenzung zwischen Briefen und Paketen einführen. "Als Briefe gelten ab 2003 alle Sendungen im B4- Format bis zu einem Gewicht von einem Kilogramm und bis 2 cm Dicke", so Gygi. Alles, was grösser sei, werde als Paket betrachtet.

Auf Partnersuche

In Europa gehe die Liberalisierung der Postmärkte weiter. "Die EU senkt die Monopolgrenzen per Anfang 2003 auf 100 Gramm, per 2006 auf 50 Gramm und denkt an eine Voll-Liberalisierung ab 2009", fügte Gygi an. Die Schweizerische Post müsse sich also anpassen.

Eine Entwicklungs-Möglichkeit sieht der "Gelbe Riese" im Bereich der Importe und Exporte. "Dies bedingt Allianzen mit grossen Partnern, die über internationale Netzwerke verfügen", sagte Gygi. Mit Investitionen und Beteiligungen im Ausland arbeite die Post auf dieses Ziel hin.

swissinfo und Agenturen


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