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Presseschau "Und der Sieger heisst … Kim Jong Un"

Trump meets Kim

Sie zeigen das Sonntagsgesicht: US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Führer Kim Jong Un nach der Unterzeichnung eines Dokuments am Gipfeltreffen in Singapur.

(Reuters)

Schweizer Medien reagieren mit Vorsicht auf das Treffen zwischen Kim Jong Un und Donald Trump in Singapur. Es war das erste Mal, dass sich ein amtierender US-Präsident und ein nordkoreanischer Führer von Angesicht zu Angesicht trafen.

"Freundlich lächeln, Hände schütteln, Schulter klopfen - Kim Jong Un wirkte erfahren und liess sich von dem mächtigsten Mann der Welt nicht einschüchtern", hielt der Asienkorrespondent des Schweizer Fernsehen SRF in seiner Analyse mit dem Titel "Und der Sieger heisst... Kim Jong Un" fest.

Trump und Kim versprachen am Dienstag, auf eine vollständige nukleare Abrüstung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten, während Washington sich verpflichtete, seinem alten Feind Sicherheitsgarantien zu geben. Die gemeinsame Erklärung, die am Ende des historischen Gipfels unterzeichnet wurde, enthielt nur wenige Einzelheiten darüber, wie beide Ziele erreicht werden könnten.

"Erst bei der Unterzeichnung am Ende des Gipfels schien Kim etwas überwältigt, als Trump Fragen von Journalisten direkt beantwortete. Denn: Für Kim war das Treffen Neuland, seine erste Reise als nordkoreanischer Machthaber ins nicht-sozialistische Ausland", so der SRF-Korrespondent.

"Auch wenn vor allem Donald Trump zu den Medien sprach, kann Kim Jong Un den Gipfel als Erfolg verbuchen. Die Fernsehbilder zeigten ihn auf Augenhöhe mit dem mächtigsten Mann der Welt. Allein dies verleiht Kim und seinem Regime die gewünschte Legitimation."

"Hoffnung auf das Beste"

Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) kommt zu einem ähnlichen Fazit. "Der Gipfel von Singapur hätte nicht besser verlaufen können, besonders für Kim Jong Un. Nach der perfekt inszenierten Show beginnt nun die Knochenarbeit – die Bildung von Vertrauen zwischen Nordkorea und den USA."

Die Welt war schockiert, besorgt, dann wieder erleichtert, manchmal fast gleichzeitig, als sich Trump und Kim gegenseitig beleidigten, mit Atomkrieg drohten und wenige Tage später nun Hände schütteln und lächeln.

"Trump und Kim haben wohl erkannt, dass sie von der Singapurer Show nun vorerst beide profitieren: Trump demonstriert, dass er selbst mit Männern wie Kim Jong Un Vereinbarungen abschliessen kann, wenn er will; Kim hat die Anerkennung erlangt, die sich sein Land schon lange wünschte", schreibt die NZZ.

Staatssekretärin Pascale Baeriswyl sagte vor dem Gipfel, das Treffen sei ein "erster Schritt". "Vor einigen Monaten befürchteten wir das Schlimmste, jetzt hoffen wir auf das Beste", sagte sie im Westschweizer Radio RTS und fügte hinzu, dass "eine ernsthafte Diplomatie noch bevorsteht". "Man darf auch die Arbeit des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in nicht vergessen. Viele Menschen haben viel Vorbereitungsarbeit geleistet", betonte Baeriswyl. 

"Bumerang''

Für die NZZ war der "springende Punkt", dass sich Kim "in seiner Haltung keinen Zentimeter bewegen musste".

"Geht die Sache schief, verliert vor allem Donald Trump. Er hat fröhlich grinsend seine guten Beziehungen zum Machthaber eines Staates betont, der nicht nur wegen seiner aggressiven Aussenpolitik mit internationalen Sanktionen belegt ist, sondern auch wegen zahlreicher Menschenrechtsverbrechen, die seinem Regime das Überleben sichern", so die NZZ.

"Sollte sich herausstellen, dass Nordkorea einmal mehr Wirtschaftshilfe ohne echte Gegenleistungen herausholt, könnte der Gipfel von Singapur zu einem Bumerang werden, der Trump mitten ins Gesicht flöge."

TS Kim und Trump

Tagesschaubeitrag zum Treffen zwischen Nordkorea und Süd

SRF Tagesschau vom 12.06.2018

TS Beitrag Kim und Trump 2

Tagesschaubeitrag zu Reaktionen nach Treffen zwischen Nordkorea und Süd

SRF Tagesschau vom 12.06.2018


(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler), swissinfo.ch

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