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Presseschau vom 01.11.2003

Das Hick-Hack um die Bundesratswahlen vom 10. Dezember geht weiter. Kein Ende des Stoffs also, aus dem Kommentare in den Schweizer Zeitungen sind.

Weitere Themen: Eine abgesagte WEF-Veranstaltung in Zürich und Putins Jagd auf die russischen Oligarchen.

"Panik im Hühnerstall Bundeshaus" macht die Boulevardzeitung BLICK aus. "Die politische Elite glänzt durch Intrigen und wildes Herumflattern." Der "Gaga-Wahlkampf" habe schon Böses ahnen lassen, das Resultat übertreffe aber die Befürchtungen: "Aus Bern hören wir nur noch Ga, gagaga, gagaga, ga, gagaga!"

BLICK schreitet im allgemeinen Gegacker zur Analyse: "Erster Hahn im Korb: Christoph Blocher." Im Gänsemarsch hinter Blocher her: FDP-Präsidentin Christiane Langenberger. Flattert wild hin und her: CVP-Präsident Philipp Stähelin. Suchen Deckung im gemachten Nest: Die CVP-Bundesräte Ruth Metzler und Joseph Deiss. Kreist in Angriffstellung: SVP-Präsident Ueli Maurer. Pfeift auf die Balztänze der bürgerlichen Gockel: SP-Präsidentin Christiane Brunner. Mit lädierten Flügeln auf Beutefang: Pascal Couchepin.

Bleibt ob soviel Hühnerei der Zeitung am Schluss nur noch die Frage, wer dann am 10. Dezember das Poulet ist – mit Sicherheit nicht der BLICK.

Zukunftsängste fehl am Platz

Auch wenn Metzler oder Deiss abgewählt würden, sie bräuchten sich um ihre Zukunft nicht zu sorgen, gibt der Berner BUND Entwarnung: "Ruth Metzler und Joseph Deiss hätten auf dem Arbeitsmarkt alle Chancen. Das Duo für die Wirtschaft." Die Zeitung sähe Deiss – nicht ganz ernst gemeint - als Konzernorganisator, Konzernchef, Imageberater, Universitätsreformer – oder Ringier-Lohnbezüger.

Im Falle Ruth Metzlers sieht der BUND Potenzial als Gewerkschafts-Ehrenpräsidentin, Kommunikationsberaterin, Swiss-Verwaltungsrats-Präsidentin, Wirtschaftsprüferin oder Trainerin der Schweizer Ski-Nationalmannschaft.

WEF-Schatten

Wir bleiben beim Berner BUND: "Kopflos reagiert". Die Zeitung hat kein Verständnis für die Absage einer öffentlichen Diskussion über das Weltwirtschafts-Forum WEF durch die Zürcher Polizeidirektorin Esther Maurer. Diese hatte für ihren Entscheid mögliche Attacken von WEF-Gegner geltend gemacht.

"Sie hatte dazu gedrängt, die Öffentlichkeit auszuschliessen – von einer Veranstaltung, die vor allem ein Ziel hatte: breit und offen über Globalisierung zu diskutieren."

Wenn die Stadt Zürich angesichts blosser Gerüchte über mögliche Störaktionen den Kopf nicht verloren hätte, hätte wohl niemand von dem Ganzem Notiz genommen. Nicht einmal die Demonstranten, vermutet der BUND.

Zar Wladimir

"Russie, le capitalisme à visage stalinien" – Russland, Kaptialismus mit stalinistischem Gesicht, hält die Genfer Zeitung LE TEMPS fest. Dies angesichts der von Präsident Putin angeordneten Verhaftung des Oligarchen Michail Chodorkowski.

Und LE TEMPS macht bereits den nächsten Milliardär aus, den Putin aus dem Verkehr ziehen will: Roman Abramovitch, der sich im Westen kürzlich mit dem Kauf des Londoner Fussball-Klubs FC Chelsea empfohlen hatte.

Was steht hinter dem Vorgehen des unversöhnlichen Zaren Putin, "le tsar implacable", gegen die obersten russischen Wirtschafts-Bosse? Da das russische Volk die Oligarchen hasse, habe er bei Amtsantritt versprochen, mit diesen aufzuräumen, so LE TEMPS. Wichtiger seien aber wirtschaftliches und persönliches Kalkül Putins.

Einerseits sei Russland auf dem Sprung, Saudiarabien als grössten Ölproduzenten zu überholen, was die Rubel noch mehr rollen lasse, am liebsten in die Staatskasse. Andererseits habe der Herr im Kreml fürchten müssen, dass der Öl-Milliardär Chodorkowski eines Tages das Pferd wechseln und in die Politik einsteigen würde.

swissinfo, Renat Künzi

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