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Presseschau vom 08.03.2004

Thema des Tages in der Schweizer Presse: Der "Tag der Frau". Es gebe noch viel zu tun, so der Tenor.

Auch die Besetzung der Spitze der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz mit einem Mann gibt viel zu schreiben.

"L'homme est l'avenir du féminisme" – der Mann ist die Zukunft des Feminismus, schreibt der Genfer LE TEMPS. Und weiter: Nur jeder zehnte Mann arbeite Teilzeit, jedoch jede zweite Frau. Die Sackgasse sei durch die demografische Krise bereits vorprogrammiert.

"Heute 1. Frauentag nach der Männer-Bundesratswahl", titelt der BLICK. Er zitiert unter anderem "erfolgreiche Frauen auf dem Weg nach oben": "Es braucht Mut, List und Freude an der Macht."

Die BLICK-Kommentatorin fordert denn auch: "Manchmal müssen Frauen lauter werden."

Und weiter schreibt sie: "Wir Frauen bilden zwar die Mehrheit der Bevölkerung, aber wir werden übergangen, übersehen, nicht ernst genommen. In der Politik sowieso, aber auch am Arbeitsplatz. Stichwort: Lohngleichheit."

Die Frauen seien deshalb wütend, ja stinksauer, liest man im ST. GALLER TAGBLATT: "Es geht nicht mehr lustvoll zu wie am 14. Juni 1991, dem Frauenstreiktag, der an Stimmrecht und Gleichheitsartikel erinnerte."

Weiter gibt das ST. GALLER TAGBLATT einer Frauenaktivistin das Wort: "Auch wir jungen Frauen haben gemerkt, dass wir uns getäuscht haben im Glauben, die Gleichberechtigung sei bereits effektiv umgesetzt."

Die jungen Frauen stellten noch die gleichen Forderungen wie ihre Mütter 1968: "Die Möglichkeit, Kinder und Karriere zu vereinbaren, dieselben Chancen im Beruf wie Männer oder gleicher Lohn für gleiche Arbeit."

Von der Frauen- zur Parteipolitik

Die SP ist für die BASLER ZEITUNG nach ihrem Parteitag vom Wochenende gleich doppelt auf Konkordanzkurs: "Intern durch die Wahl der Parteispitze, in der nun alle Strömungen vertreten sind, und extern durch das Festhalten an der Regierungsbeteiligung."

Mehr als der Verzicht auf die Oppositionsrolle gibt jedoch die Wahl der SP-Spitze zu schreiben. Über die erstaunlich kämpferischen Rede von Hans-Jürg Fehr berichtet der TAGES ANZEIGER: "Werner Marti hatte den Kampf ums SP-Präsidium verloren, noch bevor er am Rednerpult stand."

Trotzdem habe es bei den Sozialdemokraten keine grossen Verlierer gegeben. "Während CVP und FDP immer noch nicht wissen, ob sie überhaupt jemanden für die Parteispitze finden, konnte die SP die Nachfolge von Christiane Brunner auf komfortable Art klären."

Anerkennend meint der TAGI weiter, dass die Frauenfrage bei dieser Männerkür nie ein Thema gewesen sei. Es zeige nur, wie weit die Linke den Bürgerlichen in Sachen Gleichberechtigung voraus sei: "Die SP-Frauen sind so stark, dass sie auch einen Mann als Präsidenten nicht fürchten müssen."

Mit Hans-Jürg Fehr habe das SP-Volk einen in der Wolle gefärbten Sozialdemokraten gewählt, schreibt der BUND. Er passe damit als SP-Chef besser zum Selbstverständnis der Partei als "der eitle Provokateur Werner Marti".

Die BERNER ZEITUNG kümmert sich weniger um den frischgebackenen Parteipräsidenten als um die Richtung, welche die SP nun einschlagen werde. Sie titelt: "Harter Linkskurs mit 'Fehrplay'".

Die SP wolle angriffiger werden und "mit pointiertem Auftritt mittelfristig einen dritten Bundesratssitz dazu gewinnen".

Für die NEUE LUZERNER ZEITUNG hat sich bei der SP der Pragmatismus durchgesetzt: "Die Zusammenarbeit mit den eigenen Bundesräten und der Oppositionskurs im Parlament und auf der Strasse sollen gestärkt werden."

Am Ende führt der BLICK das Thema wieder zu den Frauenanliegen zurück: "Der neue Chef ist zwar ein Mann, aber ansonsten ist bei der SP Frauenpower angesagt-"

Für Männer mit Bundesratsambitionen heisse das: "Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt. Es kommen nur noch Frauenkandidaturen in Frage."

swissinfo, Etienne Strebel

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