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Presseschau vom 11.02.2004

Der um 80% gestiegene Reingewinn der Grossbank UBS ist ein zentrales Thema der Schweizer Zeitungen. Sie betonen die rigorosen Kosteneinsparungen.

Auch die Forderung der EU-Finanzminister, die Schweiz solle das Zinsbesteuerungsabkommen umgehend unterzeichnen, wird kommentiert.

"Imperiales Gehabe" titelt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG und weist darauf hin, dass der Bundesrat sämtliche Dossiers der Bilateralen II gleichzeitig abschliessen will.

Der französische Finanzminister Francis Mer sagte gestern in Brüssel, die Schweiz müsse zu einem Entscheid gezwungen werden.

"Mer müsste eigentlich wissen, dass die Eidgenossenschaft ein souveränes Land und keine französische Kolonie ist." Darum verstehe es sich von selbst, dass der Bundesrat auf solche Drohgebärden kühl reagiert und die Forderung der EU–Finanzminister zurückgewiesen habe, kommentiert die NZZ.

"EU bleibt hart, Schweiz auch", stellt DER BUND fest und lobt die Haltung des Bundesrates. "Der EU–Wunsch nach der Unterschrift der Schweiz ist gross. Damit bestätigt sich diese Unterschrift als Schweizer Haupttrumpf im Ringen um eine Lösung bei Schengen."

Klimaverhärtung

Der Westschweizer LE TEMPS hingegen ortet eine Klimaverhärtung bei der EU in Brüssel. "Cependant, la Suisse aborde cette période de tourmente dans ses relations avec l`Europe en position de fragilité."

"Die Schweiz jedoch bringt diese Sturmwetterperiode in ihren Beziehungen mit Europa in einer schwachen Position zur Sprache."

Die Absicht des Bundesrates, alle Dossiers mit der EU parallel zum Abschluss zu bringen, sei auch innenpolitisch umstritten, schreibt LE TEMPS:

"De certains milieux économiques, de l`UDC et même de l`intérieur du parti radical les doutes vont grandissant sur les vertus de ce même parallélisme qui dicte les relations bilatérales entre Berne et l`Union."

"In gewissen Wirtschaft-Kreisen, in der SVP und sogar innerhalb des Freisinns nehmen die Zweifel an diesem Parallelismus, der die Beziehungen zwischen Bern und der Union prägt, zu."

Die Schweiz habe nun lange Zeit die Rolle des virtuellen Beitrittskandidaten innegehabt, was zu einer gewissen Milde gegenüber ihren Wünschen geführt habe, schreibt LE TEMPS und hält fest, dass heute der EU-Beitritt keine Aktualität mehr habe:

"Et l`Europe voit de moins en moins pourquoi elle traiterait avec égards un pays qui, décidément, refuse le modèle qu`elle propose."

"Europa sieht je länger je weniger ein, wieso es ein Land, welches sein Modell entschieden ablehnt, gleichwertig behandeln sollte."

Stellenabbau trotz massiv mehr Gewinn

Die Schweizer Grossbank UBS hat im vergangen Jahr den Gewinn um 80 Prozent auf 6.4 Milliarden gesteigert und den Personalbestand um 3500 Stellen gekürzt.

"Wie wärs mit einem Sozialprozent?", fragt DER BLICK provokativ. Die BERNER ZEITUNG fragt: "Sind 18 Millionen zulässig?" und stellt damit den Lohn von UBS-Präsident Marcel Ospel in den Mittelpunkt.

"Zielscheiben" titelt DER BUND seinen Kommentar und bezeichnet die Grossbanken als dankbare Zielscheiben.

"In Krisenzeiten drohen sie zum Klumpenrisiko für die ganze Volkswritschaft zu mutieren, in guten Zeiten laden die Milliardengewinne zu populistischen Sprüchen ein."

Auch DER BUND fragt, ob ein florierender Konzern gleichzeitig massiv Stellen abbauen dürfe und verteidigt den Stellenabbau der UBS:

"Unrentable Stellen sind selbst bei einem rentablen Konzern auf Dauer nicht zu halten – Augenwischerei würde auch den Betroffenen nur kurzfristig nützen."


swissinfo, Andreas Keiser

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