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Presseschau vom 23.01.2004

Die Christlichdemokratische Volkspartei hat die Lösung ihres Führungsproblems auf später verschoben. Der Tenor in der Presse ist klar: Die Partei steckt in der tiefsten Krise ihrer Geschichte.

Ein anderes Thema ist der Jahresabschluss des Basler Pharmakonzerns Novartis

"Daniel Vasella hat gut lachen", titelt die BASLER ZEITUNG vor dem Hintergrund des anhaltenden Wachstums und schreibt: "Die Verkaufsmaschine läuft auf vollen Touren. Die Forschung wird massiv ausgebaut."

Der TAGES ANZEIGER stellt fest: "Die Basler rücken dank einem Rekordumsatz an Weltspitze heran", und macht den Lohn von Konzernchef Daniel Vasella zum Thema:

Masslose Topmanager?

Unter dem Titel "Lohneinbusse für Vasella" steht geschrieben, dass dieser im vergangenen Jahr eine Lohneinbusse von 3,4 Prozent hinnehmen musste, aber immer noch knapp 19,5 Millionen verdiente.

"Sind die Topmanager masslos geworden?" fragt der TAGES ANZEIGER deshalb einen Gehaltsexperten. Dessen Antwort: "Es gibt keine moralische Obergrenze, nur einen Vergleich im Markt."

Novartis spiele in de Champions League der internationalen Konzerne und in dieser Höhenluft habe sich ein eigener Markt für Topmanager gebildet.

"Hier muss ein Konzern mitbieten können, sonst ist er weg vom Fenster", sagt der Gehaltsexperte im TAGES ANZEIGER weiter und hält mit einem Seitenblick auf Toplöhne der Fussballer fest: "Ich wäre lieber Fussballer als Manager."

Auch der BLICK thematisiert den Spitzenlohn des Spitzenmanagers Daniel Vasella. "Novartis-Chef erhält 1 Million weniger Lohn" titelt das Boulevardblatt und stellt fest:

"Schliesslich sind 19 Millionen pro Jahr immer noch mehr, als man in einem Leben ausgeben kann."

Eine Partei in der Krise

Viel schlechter als dem Pharmakonzern geht es der Christlichdemokratischen Volkspartei CVP. Ihr Marktanteil bei den Parlamentswahlen ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Ihre Bundesrätin wurde abgewählt. Seit Wochen sucht die Partei ohne Erfolg eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten.

"Selbstverschuldet" titelt die LUZERNER NEUSTE NACHRICHTEN und erinnert daran, dass die CVP den Tiefpunkt erreicht habe.

"Das überhastete Vorgehen nach diesen traumatischen Erlebnissen war der dritte Fehler in Serie und kann nur mit Stur- und Betriebsblindheit der Verantwortlichen erklärt werden."

Die Partei müsse nun ernsthaft über die Bücher, eine neue Richtung festlegen und zuvor ihre Wählerschaft konsultieren, kommentiert das Luzerner Blatt weiter und zweifelt, ob die Partei ihre Neuausrichtung termingerecht schaffen wird.

"Ob die Richtungsdebatte, wie jetzt ehrgeizig terminiert, tatsächlich im Sommer abgeschlossen werden kann, darf bezweifelt werden."

Leicht positiver kommentiert die Freiburger LA LIBERTE die Krise der CVP.

Unter dem Titel "Retour aux sources" – "Zurück zu den Wurzeln" stellt die Zeitung fest, der Partei mangle es nicht an geeigneten Köpfen, die fähig wären, die Partei aus der Krise zu führen.

"Seit den Parlamentswahlen und der Abwahl von Ruth Metzler, hat niemand mehr Lust, auf den risikoreichen Präsidentenposten."

DER BLICK hat der CVP-Misere zum Witz ein Stelleninserat gewidmet und scgreibt darin:

"Wir bieten freie Entfaltungsmöglichkeiten ohne parteiinterne Konkurrenz" und:

"Überschaubare Strukturen dank einer auf 43 Köpfe geschrumpften Bundeshausfraktion und nur einem Bundesrat".

swissinfo, Andreas Keiser

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