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Presseschau vom 25.02.2004

Der Aufschub im Zollstreit mit der EU dominiert die Mittwochs-Presse. Auch ein trockenes Thema wie Zölle auf Re-Exporten lässt in der Schweiz Angst-Emotionen vor Brüssel hochgehen.

Die Wirtschafts-Schlagzeilen bringen die Swiss-Zahlen für 2003, Clariants 4000 abzubauende Stellen sowie den Fall Adecco. Und der Skyguide-Mord schlägt erste Wellen.

Der von Brüssel letzte Woche aus heiterem Himmel verfügte Zollentscheid über die Re-Exporte in die EU dominiert als "Zollstreit" die Schweizer Presse.

Es geht dabei um die von Brüssel überraschend angekündigte Erhebung von Zöllen auf der Wiedereinfuhr von EU-Ursprungswaren aus der Schweiz. Dies nachdem die EU und die Schweiz nun schon seit 30 Jahren ein Freihandelsabkommen einhalten, in dem die Zollfreiheit vereinbart ist.

Zahlen für den "Sonderweg"

Allen voran bringt es DER BUND auf den Punkt: "Nur zur Erinnerung: Hätte die Schweiz den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht abgelehnt oder wäre sie gar Mitglied der EU, hätte das Problem mit den Zöllen auf dem Reexport von Gütern in die EU gar nicht entstehen können."

Mit ihrem Sonderweg, so DER BUND im weiteren, sei die Schweiz zunehmend auf den Goodwill der EU-Staaten sowie auf Allianzen mit Drittstaaten angewiesen.

"Aufatmen und weiterkämpfen", kommentiert die NEUE LUZERNER ZEITUNG den Entscheid Brüssels vom Vortag, den Erlass vorerst um drei Monate aufzuschieben. Und bringt einen anderen Aspekt ins Spiel: Nämlich dass nach langem wieder einmal die Politik sprich die Handelsdiplomatie der Wirtschaft nützlich sein könne. "Das dürfte dem zuweilen gespannten Verhältnis zwischen Politik und Wirtschaft nur gut tun."

Swiss "hängt in der Luft"

Die ersten provisorischen Jahres-Resultate der Fluggesellschaft Swiss eignen sich schlecht, um den Zustand des Unternehmens einhellig beurteilen zu können. "Swiss hängt weiter in der Luft", schreibt die BERNER ZEITUNG, "auf den Betriebskredit wartet die Airline immer noch". "Besser, aber nicht genügend", titelt der TAGES-ANZEIGER, und: "Schlechter als direkte Konkurrenten".

Die BASLER ZEITUNG schreibt vom "Hoffnungsschimmer bei der Swiss", die NEUE LUZERNER ZEITUNG "Die Swiss muss weiter bangen", und "Swiss verbrennt weiter Millionen".

Die Westschweizer LE TEMPS meint, "même si le communiqué se veut optimiste, il montre que les difficultés sont loin d'être aplanies" – dass die Schwierigkeiten noch lange nicht überwunden seien, obwohl sich das Pressecommuniqué optimistisch gebe.

Demgegenüber ist sich die Presse bei Clariant einig: Dank Veräusserungs-Erlösen gab es einen Gewinn, gleichwohl müssen 15% der Belegschaft abgebaut werden. Und die Kapitalerhöhung erfreue die Aktionäre kaum.

Trauerspiel Adecco

Unklarer ist hingegen die Situation bei Adecco. "Die Kommunikationskrise des Personaldienstleisters Adecco dauert an", schreibt die NZZ. Und: "So kann offenbar nicht einmal auf anständige Weise mitgeteilt werden, dass und warum einige Verwaltungsräte an der Generalversammlung vom 21. April nicht mehr zur Wiederwahl antreten."

Das Problem ortet die NZZ in den neuen Regeln der US-Börse, da Adecco zwar in der Schweiz den Hauptsitz habe, aber in New York kotiert sei. Demnach müsse die Mehrheit der Verwaltungsräte unabhängig sein. Was man vom gegenwärtigen Adecco-VR nicht behaupten könne.

Auch der TAGI ortet Adeccos Hauptprobleme in den USA, wo die Regeln der Corporate Governance (Unternehmensführung) viel restriktiver als in der Schweiz interpretiert würden. "Adecco ist zur Geisel des US-Rechtssystems und seiner Anwälte geworden."

Lange Schatten des Überlinger Absturzes

Ein Ereignis, über das die Mittwochs-Presse erst in Ansätzen berichten konnte, ist der Mord an einem Flugverkehrsleiter von Skyguide. Es handelt sich offenbar um jenen Lotsen, der am 1. Juli 2002 am Radarmonitor sass, als über Überlingen zwei Flugzeuge zusammenstiessen.

Der TAGES-ANZEIGER vermochte die am frühen Dienstag-Abend verübte Untat noch auf die Front zu bringen. Der Mann sei "vermutlich von einem Osteuropäer" erstochen worden. "Ein Rachakt?" fragt sich der TAGI im Zwischentitel. "Die Familien der Opfer und Skyguide sind noch am Verhandeln", was die Entschädigungszahlungen betrifft. Ob diese zu tief seien?

Auch der BLICK vermutet schon im Titel: "Racheakt?" Nach dem Unglück sei Skyguide heftig kritisiert worden, nicht nur wegen der Zuständigkeit, sondern auch "weil sie höchst unsensibel mit den Angehörigen umging". Der BLICK fragt sich: "Ist der unbekannte Mörder einer der Hinterbliebenen aus Baschkortostan? Oder war es wirklich nur ein tödlicher Zufall?"

swissinfo, Alexander Künzle

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