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Presseschau vom 29.10.2003

Ist Bahnfahren noch sicher? Die krassen Fehler, die zum Zugunglück von Oerlikon geführt haben, sind ein Thema.

Auf das FDP-Kandidatenkarussell für die Bundesratswahlen vom 10. Dezember ist nun auch noch der Appenzeller Hans-Rudolf Merz aufgesprungen. Dies gibt Anlass zu weiteren Spekulationen.

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG bedauert die Tote und die Verletzen des Zugunglücks von Oerlikon vom vergangenen Samstag: "Schlimm ist der Unfall alleweil. Schlimm insbesondere für jene Mitarbeiter, deren Fehlverhalten am Anfang der Tragödie stand und die dafür noch persönlich zur Rechenschaft gezogen werden."

Schlimm sei die Sache aber auch für die SBB, meint die NLZ und fragt: "Was ist in einem Unternehmen überhaupt los, dass derart elementare Sicherheitsregeln wie die Durchführung einer korrekten Bremsprobe missachtet werden können?"

Dass das Bahnfahren im Vergleich zum Strassenverkehr nach wie vor eine höchst sichere Form der Mobilität ist, sei für die SBB eine Herausforderung, schreibt die NLZ weiter:

"Nichts wäre dem Image der SBB und dem Kundenvertrauen abträglicher als ein sich einschleichender Eindruck, die Bahn habe auf ihrer rasanten Fahrt in die unternehmerische Freiheit altbewährte Tugenden der früheren Staatsbahn – lies Qualität und Sicherheit- aus den Augen verloren."

Vieles sei technisch vorgekehrt für die Sicherheit, meint auch der TAGES ANZEIGER. An entscheidender Stelle müsse jedoch nach wie vor ein Mensch eingreifen, und was er tue, habe Folgen. "Die praktische Funktion "rückgängig machen", die uns der PC anbietet, hat der Lokführer nicht zur Verfügung. Ebenso wenig der Fluglotse, der Carchauffeur oder der Flugkapitän."

Der TAGI verlangt, dass die SBB deshalb die Menschen an den Maschinen und Schalthebeln nicht vergessen sollten. "Denn deren Arbeitsbedingungen sind es, die Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben."

Villiger-Nachfolge

Die Bundesratswahlen vom Dezember geben immer noch zu schreiben. Bei der FDP hat sich nun auch noch der Appenzeller Hans-Rudolf Merz in die Kandidatenschar eingereiht.

Das ist für die NZZ nichts als logisch: "Mit der Kandidatur des wertkonservativen Unternehmers aus Herisau ist im Feld nun auch die rechtsliberale Flanke glaubwürdig abgedeckt."

Für die NZZ zeichnet sich ab, dass die diesjährigen Bundesratswahlen zur Richtungswahl werden könnten und damit weniger als frühere Wahlen von Fragen der Herkunft, des Geschlechts und des Alters der einzelnen Kandidaten und Kandidatinnen vorgezeichnet sind. "Dies gereicht der Schweiz gewiss nicht zum Nachteil."

Der CORRIERE DEL TICINO sieht die Kandidatur von Merz mehr unter lokalpatriotischen Vorzeichen: "Un altro rivale per Fulvio Pelli".

Für die Linke ist Merz jedoch laut BERNER ZEITUNG unwählbar: "Ein Freisinniger aus der Stahlhelmfraktion zusammen mit Christoph Blocher in den Bundesrat? Diese Kröte schlucken SP und Grüne nie."

Bei der internen Ausmarchung werde Merz dem Kronfavoriten Franz Steinegger einige Stimmen abluchsen können. Profitieren davon könnte Christine Beerli, meint die BZ: "Denn sie hat neben dem Geschlecht noch einen weiteren Vorteil: Sie ist relativ jung. Ohne sie könnte der Bundesrat nach dem 10. Dezember ziemlich alt aussehen".

Die BASLER ZEITUNG geht da noch viel weiter: "Eigentlich gehören die Grünen in den Bundesrat".

Die Bundesratssitze könnten laut BAZ auf mannigfaltige Weise unter den Parteien verteilt werden. Ein zweiter Sitz der SVP sei garantiert, "aber die FDP muss um den Villiger-Sitz zittern: Er könnte an die SVP oder die Grünen gehen. Letzteres würde den Wählerwillen besser widerspiegeln."

swissinfo, Etienne Strebel

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