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Presseschau vom 30.09.2002

Auch die Schweizer Zeitungen befassen sich mit der "bedenklichen Lage der Weltwirtschaft", die im Zentrum der Diskussionen an der Jahrestagung der Bretton-Woods-Institute in Washington stand.

Dieser Inhalt wurde am 30. September 2002 - 09:59 publiziert

Weiteres Thema ist der Widerstand gegen einen Irak-Krieg.

"Unspektakulär",

titelt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG und zitiert damit Bundesrat Kaspar Villiger, der das Ergebnis der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank als "unspektakulär" bezeichnete. Auch für die NZZ vermittelte der Grossanlass

"einmal mehr den Eindruck, dass zwar mit unendlich viel Aufwand und Rhetorik an der Feinmechanik der Weltwirtschaft "geschräubelt" wird, dass aber die Kraft zu grösseren Würfen fehlt".

Das gelte, so präzisiert die NZZ, vor allem mit Blick auf die Entwicklungshilfe:

"Wenn jede EU-Kuh täglich mit mehr Geld subventioniert wird, als der durchschnittliche Schwarzafrikaner am Tag zum Überleben hat, signalisiert dies, bei aller Fragwürdigkeit und populistischen Zuspitzung, die solchen Vergleichen eigen ist, die Problematik und Unehrlichkeit der heutigen Entwicklungspolitik."

Die Politiker seien sich im Klaren, dass die Weltwirtschaft heute einen einzigen Komplex bilde, in dem jeder Teil von allen anderen abhängig sei, doppelt die BASLER ZEITUNG nach.

"Die Hauptverantwortung liegt bei den Industrieländern",

betont die BAZ.

"Meilenstein" Konkurssystem

Als "Meilenstein" bei der Reform des globalen Finanzsystems bezeichnet die BERNER ZEITUNG den IWF-Vorstoss, die globale Schuldenkrise mit einem Konkurssystem überwinden zu wollen.

Auch für die BASLER ZEITUNG ist dies das einzige Resultat der Tagung. Aber, so betont die BAZ, lasse

"dies sich jedoch kaum als vertrauensbildende Massnahme bezeichnen, weist sie doch nur voraus auf die Wahrscheinlichkeit, dass Staatsbankrotte wie in Argentinien in Zukunft noch vermehrt zu erwarten sind".

Demonstrationen gegen den Krieg

In London, Rom und Madrid haben Hunderttausende gegen die Irak-Politik von US-Präsident George Bush und dem britischen Premierminister Tony Blair demonstriert.

"Der drohende Krieg gegen den Irak brachte allein
in London gegen eine Viertelmillion Leute auf die Beine",

schreibt die AARGAUER ZEITUNG.

"Für Premierminister Tony Blair bricht eine schwierige Woche an",

ist die Zeitung überzeugt, denn

"fast 80 Prozent sind gegen einen Krieg gegen den Irak, der nicht von der UNO abgesegnet ist".

Mit "herben Niederlagen" für Tony Blair beim Parteitag seiner Labour rechnet auch der TAGESANZEIGER. Doch, so vemutet der TAGI, alles deute darauf hin, dass "Präsident Blair" nicht so leicht zu stoppen sei:

"Weder der Labour-Parteitag noch Friedensdemonstrationen oder Meinungsumfragen könnten ihn stoppen. (...) Blair, der Premierminister, gebärdet sich immer mehr wie ein Präsident."

swissinfo, Alina Kunz Popper

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