Prix Courage 2009 an beherzte Nonne

Die Nonne Marie-Rose Genoud hat zehn Jahre gegen den Walliser Amtsschimmel angekämpft. Für ihren "zähen und erfolgreichen Kampf" hat die Ordensschwester am Freitag in Zürich den mit 25'000 Franken dotierten Prix Courage 2009 der Zeitschrift Beobachter erhalten.

Dieser Inhalt wurde am 11. September 2009 - 18:39 publiziert

Die im Kloster Sitten wohnhafte 70-jährige Marie-Rose Genoud setzte sich für Asylbewerber ein: Denn der Kanton Wallis zog ihnen jeden Monat 10% vom Lohn ab, als vorgezogene "Schuldenrückzahlung" für den Fall, dass sie von der Sozialhilfe abhängig würden.

Dies obwohl bereits der Bund einen Betrag zur Rückerstattung von Fürsorgeleistungen einzieht.

Nach zehn Jahren Rechtsstreit bekam die Ursulinen-Nonne 2008 vom Bundesgericht Recht. Nun müssen die doppelt zur Kasse gebetenen Betroffenen vom Kanton Wallis entschädigt werden.

Jurypräsident Franz Hohler strich in seiner Laudatio gemäss Communiqué hervor, es sei ungewöhnlich, dass eine Nonne einer Kantonsregierung beibringen müsse, was geltendes Recht ist.

Der mit 10'000 Franken dotierte Publikumspreis ging an den 14-jährigen Untergymnasiasten Damiano Saitta aus Riedholz, Kanton Solothurn. Er hat im vergangenen Juni ein 10-jähriges Mädchen vor dem Ertrinken in der Aare gerettet.

Der Prix Courage ehrt jedes Jahr Menschen, die besonders mutig und selbstlos handeln. "Wir brauchen Leute, die handeln, wo man auch wegschauen kann, und die bereit sind, ein Risiko einzugehen, wo andere noch zögern", wird Beobachter-Chefredaktor Andres Büchi im Communiqué zitiert.

swissinfo.ch und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen