Regierung fördert Lehrstellen

In diesem Jahr werden wohl zwischen 3000 und 4000 Jugendliche keine Lehrstelle finden. Keystone

Der Bund unterstütze die Kantone finanziell und ideell bei der Förderung von neuen Lehrstellen, sagte Wirtschaftsminister Joseph Deiss am Donnerstag.

Dieser Inhalt wurde am 10. November 2005 - 20:01 publiziert

Deiss machte seine Ankündigung über Massnahmen für mehr Ausbildungsplätze an der ersten nationalen Lehrstellen-Konferenz in Luzern.

Auch wenn die Zahl der Lehrstellen in der Schweiz noch nie so hoch war wie jetzt: Es brauche zusätzliche Massnahmen, um vor allem auch leistungsschwächere Jugendliche in die Berufsbildung zu integrieren. Darin waren sich laut Joseph Deiss die Teilnehmer an der Lehrstellenkonferenz einig.

Mehr Geld aus Innovationsfonds

21 Vertreter von Bund, Kantonen, der Wirtschaft sowie den Gewerkschaften waren der Einladung des Wirtschaftsministers gefolgt. Nach den Gesprächen sagte Deiss, als erste Massnahme werde er dem Bundesrat beantragen, die Berufsbildungsverordnung zu ändern.

Konkret: Projekte zur Lehrstellenförderung sollen neu nicht mehr zu 60%, sondern bis zu 100% aus dem Innovationsfonds des Bundes finanziert werden. Laut Deiss befinden sich in diesem Fonds jährlich zwischen 40 und 50 Mio. Franken. Wer Gesuche stellt, soll zudem administrativ entlastet werden.

Weiter will Deiss die Betreuung der Lehrmeister verbessern und so die Zahl der Lehrabbrüche senken. Durch neugeschaffene Lehrstellenverbünde sollen auch kleinere Unternehmen Lehrlinge ausbilden können. Jugendliche sollten zudem bei Bedarf von einer individuellen Beratung, einem so genannten Mentoring, profitieren.

"chance06"

Zudem will die Regierung die Zahl der Lehrstellenförderer erhöhen, und zwar dort, wo sie gebraucht werden, in den Kantonen und vorab in den grossen Agglomerationen. Auch die Schaffung von kantonalen Lehrstellen-Konferenzen sei begrüsst worden.

Deiss startete am Donnerstag, dem Tag der Berufsbildung, zudem die Kampagne "chance06". Gemeinsam mit den Kantonen und Arbeitsorganisationen soll damit die Berufsbildung gefördert werden.

Deiss will auch die Schaffung eines "Mister Lehrstelle" näher prüfen lassen, obwohl er der Idee skeptisch gegenüber steht.

Frankreich im Hintergrund

Paul Rechsteiner, Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, zog an der Konferenz eine gemischte Bilanz: "Wir stehen vor aussergewöhnlichen Problemen und brauchen aussergewöhnliche Lösungen", sagte er. Vor allem müsse auch eine Anschubfinanzierung vertieft diskutiert werden.

Er wolle die Situation nicht mit Frankreich vergleichen, sagte Rechsteiner, aber für viele Familien sei die Lehrstellenfrage von existenzieller Bedeutung: "Auf die Dauer ist das eine Zeitbombe."

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Pro Jahr suchen 70'000 bis 80'000 Jugendliche in der Schweiz eine Lehrstelle.

2005 fanden 3000 bis 4000 Jugendliche keine Lehrstelle.

Wirtschaftsminister Joseph Deiss will die kantonalen Projekte zur Lehrstellenförderung finanziell mit bis 100% unterstützen.

Im dafür vorgesehen Innovationsfonds befinden sich jährlich zwischen 40 und 50 Mio. Franken.

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