Reisebranche macht sich auf kalten Winter gefasst

Nach den Terroranschlägen in den USA ist Vielen die Lust auf das Reisen vergangen. Bei den drei grossen Schweizer Reiseveranstaltern Kuoni, Hotelplan und TUI Suisse wird nur noch wenig gebucht. Hotelplan meldete einen massiven Umsatzrückgang.

Dieser Inhalt wurde am 26. September 2001 - 18:15 publiziert

Bei der Präsentation der Winter-Neuheiten 2001/2002 legte Hotelplan als erster Schweizer Reiseveranstalter konkrete Zahlen zu den Auswirkungen der Attentate vom 11. September auf den Tisch.

Hotelplan: Wintergeschäft zurzeit 13,9% im Minus

Peter Spring, Leiter Touroperating bei Hotelplan, gab bekannt, dass im Ende Oktober zu Ende gehenden Sommergeschäft im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzrückgang von 10 Mio. Franken gerechnet werden muss.

Im Wintergeschäft 2001/2002 liegen die Verkäufe zurzeit um 13,9% unter dem Vorjahreswert. Drei Tage vor den verheerenden Anschlägen in den USA hatte Hotelplan im Wintergeschäft noch einem Umsatzvorsprung von 17,3% verzeichnet.

Rückgang in den USA massiv

Im Geschäft mit den USA, das sich im letzten Winter schwergewichtig auf Reisen nach New York, Florida und Kalifornien konzentrierte, müssen dieses Jahr die Erwartungen klar nach unten korrigiert werden. Die USA seien touristisch massiv von den Anschlägen betroffen, sagte Spring.

Mit Neubuchungen wird zugewartet

Generell wird festgestellt, dass die Kunden mit Neubuchungen zuwarten. Dies ist bei Kuoni und ITV Suisse nicht anders. Sowohl Pressesprecher Roland Schmid von ITV Suisse (Imholz-Tui-Vögele) wie auch Kuoni-Informationschefin Regula Weyermann bestätigten, dass die Neubuchungen auf Grund der Ereignisse in den USA derzeit unter dem Normalstand liegen.

Konkretere Zahlen wurden nicht genannt. Schmid räumte lediglich ein, dass die sich Auswirkungen des Terroranschlags auf den Umsatz niederschlagen werden; den Anteil des USA-Geschäfts am Gesamtumsatz bezifferte er auf 10%.

Schmid führte die generelle Zurückhaltung bei Neubuchungen auf eine allgemeine Verunsicherung und auf einen gewissen Respekt vor dem Reisen zurück. Der weitere Verlauf sei stark abhängig davon, was politisch, wirtschaftlich und militärisch passiere.

Fast ganz zum Erliegen kommen dürfte dieses Jahr das Christmas-Shopping in New York: Alle drei Reiseveranstalter erklärten übereinstimmend, dass sie dieses Angebot dieses Jahr nicht aktiv promovieren werden.

Verlagerung zu anderen Destinationen erwartet

Schmid bezeichnete die Haltung der Kunden als "zuversichtlich abwartend": Das Reisebedürfnis sei vorhanden, doch bestehe ein zusätzliches Informations-Bedürfnis.

Übereinstimmend gehen die drei Reiseveranstalter davon aus, dass sich das Wintergeschäft als Folge der Terroranschläge auf andere Destinationen verlagern werde.

Hotelplan rechnet laut Spring damit, dass Thailand sowie die Kanarischen Inseln, Kenya und Tunesien Marktanteile gewinnen könnten.

swissinfo und Agenturen

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