Rindfleisch - von Hochsaison merken die Bauern wenig

Nach einem starken Rückgang essen die Schweizer Konsumentinenn und Konsumenten wieder etwas mehr Rindfleisch. http://www.barbecuenews.com/

Nach ausländischen Medien-Schlagzeilen landete letzten Herbst auch in der Schweiz weniger Rindfleisch auf den Tellern. Mit Finanzspritzen unterstützt der Bund den Bauern - ein Vorgehen, das schweizweit kaum kritisiert wird.

Dieser Inhalt wurde am 05. Juli 2001 - 12:38 publiziert

Nach bereits früheren Finanzspritzen hat die Schweizer Regierung kurz vor der Sommerpause beschlossen, mit weiteren 8 Mio. Franken den Rindfleischmarkt zu stützen. Die Lage auf dem Rindfleischmarkt sei nach wie vor prekär, so die Begründung der Behörde.

Nach Medien-Schlagzeilen um BSE vor allem im europäischen Ausland ist der Rindfleischkonsum letzten Herbst in der Schweiz einmal mehr eingebrochen.

Die Schweizer Bauern leiden weiterhin unter dem Rinderwahnsinn - auch wenn gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Landwirtschaft der Fleischkonsum in den Schweizer Privathaushalten seit diesem Frühling wieder zunimmt. Es sei eine "langsame Erholung" im Gang, so die Fachleute in ihrem aktuellen Marktbericht.

"Wenigstens zeigt der Trend wieder nach oben", sagte Jürg Schletti vom Branchenverband Proviande gegenüber swissinfo. "Aber wir sind noch nicht dort, wo wir sein sollten."

Konkret: Wegen der geringeren Nachfrage blieben die Rinder in den Ställen, statt auf der Schlachtbank zu landen. Dieses Überangebot wird nun dank der Finanzspritze des Bundes abgebaut.

Keine Überproduktion

"Es wird nicht eine Überproduktion gestützt", betonte Schletti. Und die Zahlen geben ihm recht: Der Markt war um 10 bis 15% eingebrochen. Die Stützungs-Massnahmen betragen etwa 2%.

Allgemein verteilen sich die Bundesgelder auf drei Bereiche. Neben der Marktstützung und einer Informations-Kampagne wurde über Tausend Tonnen Rindfleisch aufgekauft und für die internationale Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung gestellt. Die ersten 700 Tonnen Schweizer Rindfleisch gingen bereits nach Nordkorea.

Gegen die Bundesgelder gab es denn auch schweizweit bloss wenig Opposition. So hat beispielsweise die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) nicht die Unterstützung der Produzenten kritisiert, sondern bloss die Info-Kampagne des Bundes. Die staatlichen Werbegelder um den Absatz anzukurbeln seien falsch, man müsse die Ursachen des Vertrauensverlustes bekämpfen, so die Kritik der SKS.

Bio-Rindfleisch weiterhin marginal

"Die Situation ist tatsächlich sehr dramatisch für die Bauern", sagte Christoph Dietler von der Vereinigung Bio Suisse. Steuergelder eingesetzt für die Marktberuhigung, solche Massnahmen sollten jedoch gemäss Dietler "heute vorbei sein".

Dietler verweist auf die schweizerische Agrarpolitik hin zu naturnaherer Produktion. Hier sollte man weiter Druck machen, so seine Forderung.

Der Absatz von Bio-Rindfleisch hat denn mit 35% Zuwachs kräftig zugelegt - dies zeigen die soeben veröffentlichten Zahlen der Bio Suisse. Die absoluten Zahlen zeigen jedoch deutlich, dass es sich dabei weiterhin um ein marginales Marktsegment handelt. "Wir sind noch immer am Anfang", erklärte Dietler gegenüber swissinfo. Bio-Rindfleisch habe sicher eine Zukunft, allerdings wohl immer bloss im Hochpreis-Sektor. "Ich denke, dass allgemein Fleisch wieder ein Luxusprodukt werden muss - nicht nur bio, sondern allgemein."

Eva Herrmann

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen