Roma aus Kosovo sollen vorläufig aufgenommen werden

Bedrohte Minderheiten aus Kosovo wie Roma und Aschkali sollen in der Schweiz vorläufig aufgenommen werden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Dienstag (19.12.) einen entsprechenden Appell an Bundesrätin Ruth Metzler gerichtet.

Dieser Inhalt wurde am 19. Dezember 2000 - 14:53 publiziert

Nach Publikation des Zusatzberichtes der Bergier-Kommission über die Schweizer "Zigeunerpolitik" während des Nationalsozialismus habe der Bundesrat betont, dass aus den Fehlern der Vergangenheit für die Zukunft gelernt werden müsse.

Diese Zukunft sei aber bereits Gegenwart, betonte die Organisation: Aus Kosovo vertriebene und an Leib und Leben bedrohte Angehörige von Minderheiten wie Roma und Aschkali seien nur bis zum kommendem Frühjahr vor Ausschaffung geschützt.

Bei einer Abschiebung in unsichere Gebiete mache sich die Schweiz an derselben Minderheit schuldig wie schon mit der Flüchtlingspolitik im Zweiten Weltkrieg, kritisierte die GfbV. Erst kürzlich seien im Kosovo zum wiederholten Male Angehörige der Aschkali, die nur an ihre früheren Wohnorte zurückkehren wollten, brutal ermordet worden.

Mit einer vorläufigen Aufnahme von Angehörigen bedrohter Minderheiten würde die Schweiz "diesen Menschen in ihrer sehr ungewissen und schwierigen Situation wenigestens eine gewisse Sicherheit und ein Leben in Würde gewähren", schreibt die GfbV.

swissinfo und Agenturen

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