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Rote Zahlen - kein leichter Stoff für Calida

Die Näherinnen nähen ein Pyjamateil in nur 10 Minuten.

(Keystone)

Die Calida Holding hat letztes Jahr zum zweiten Mal in Folge rote Zahlen geschrieben: dies mit einem Unternehmensverlust von 3,2 Mio. Franken und einem Betriebsverlust von 1,7 Mio. Während die Firmenleitung die Zahlen des Geschäftsjahres 2000 präsentiert, läuft in Sursee die Produktion der Frühlings- und Sommerkollektion auf Hochtouren.

Die Nähmaschinen rattern, dazu schallt türkische Musik durch den Raum. Die Näherinnen der Konfektionsabteilung ohne türkischen Wurzeln kommen später auf ihre Rechnung. "Wir wechseln ab mit der Musik, aber es ist nicht einfach", lacht die Leiterin der Näherei, Maria Castilla.

Die rund 120 Näherinnen im Hauptsitz in Sursee scheinen hinter Bergen zugeschnittener Stoffteile zu verschwinden. Doch nur auf den ersten Blick, denn diese Berge werden rasch kleiner. "In zehn Minuten ist ein Pyjamateil genäht", sagt Maria Castilla. Noch schneller geht es bei Unterhosen: gegen 200 Stück schafft eine Näherin pro Tag.

Sommerstoffe im Winter

Es sind Frühlings- und Sommermodelle, die hier entstehen. So sind es denn auch Sommerstoffe, die in der hausinternen Strickerei hergestellt werden. 80 vollautomatische Rundstrickmaschinen produzieren dort im 24-Stundenbetrieb Sommerstoffe. "3'600 Kilo Stoff am Tag", sagt Günther Vogler, Leiter der Strickerei. Meter für Meter, Ballen um Ballen wird der fertige Stoff im Nebenraum auf Fehler kontrolliert.

Langer Weg bis zum Produkt

Bis der Stoff bei den Näherinnen ankommt, durchläuft er verschiedene Stationen. Zum Färben wird er auswärts gegeben, kommt dann zurück ins Stofflager, bevor er zugeschnitten wird. Geschnitten wird mit dem computergesteuerten Cutter, in selteneren Fällen von Hand. Standartmodelle werden mehrheitlich gestanzt. Ein einziges Pressen der messerscharfen Formen auf die Stoffbahn reicht: Und schon liegen da die zwei Teile eines Slips.

Zu den Näherinnen kommen die zugeschnittenen Teile aber erst, wenn sie in der Vorfertigung mit Details wie Stickereien, Knöpfen und Taschen ausgestattet worden sind.

Sommer 2001 ist Schnee von gestern

In der "Ideenschmiede" ist die aktuelle Produktion für den bevorstehenden Sommer bereits Schnee von gestern. Hier wird an den Modellen für den Sommer 2002 gearbeitet. Inspiration holen sich die Designerinnen auf Reisen und in Zeitschriften. Ist dann ein Prototyp entwickelt, wird er getestet. "Das Teil wird bis zu drei Wochen benutzt, also getragen und gewaschen", erzählt Designerin Ines Reber. Bei einem Pyjama geschieht der Test also sozusagen im Schlaf.

Und was ist der Trend in den Schlafzimmern und auf der Haut im übernächsten Sommer? "Baumwolle und Naturfasern, dazu Highlights in Hightechfasern", mehr verrät Ines Reber nicht.

1'300 Mitarbeiter

Alle Calida-Produkte durchlaufen die vollautomatisierte Distribution in Sursee. Auch jene, die in den Werken in Portugal, Ungarn und Indien hergestellt werden. Calida beschäftigt im ganzen 1'300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zehn Niederlassungen. Rund die Hälfte arbeitet in Sursee.

Rote Zahlen

Die neusten Zahlen zeigen nun: Calida ist im Jahr 2000 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als im Vorjahr.
Der Unternehmensverlust fiel auf 3,2 Mio. Franken und war damit noch höher als im Vorjahr (Minus von 2,5 Mio. Franken). Das Betriebsergebnis fiel mit minus 1,7 Mio. ebenfalls leicht negativer aus als der Betriebsverlust des Vorjahres von 1,3 Mio. Franken.
Der Umsatz der an der Schweizer Börse kotierten Calida Holding AG konnte demgegenüber im vergangenen Geschäftsjahr um 2,4 Prozent auf 200 Millionen gesteigert werden.

Kathrin Boss Brawand


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