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SAir-Chef Bruggisser droht mit Stellenabbau bei Crossair

SAir-Konzernchef Bruggisser ist enttäuscht über die Ablehnung des Gesamtarbeits-Vertrages. Keystone / Steffen Schmidt

Der Streit zwischen der Crossair und ihren Piloten spitzt sich zu. Nach der Ablehnung des neuen Gesamtarbeits-Vertrages durch die Gewerkschaft droht SAir-Chef Philippe Bruggisser mit dem Abbau von Stellen und der Streichung von Destinationen.

Dieser Inhalt wurde am 22. Oktober 2000 - 16:29 publiziert

Eine Nachbesserung des Gesamtarbeits-Vertrages komme nicht in Frage, wird Bruggisser in der "SonntagsZeitung" zitiert. SAir-Sprecherin Beatrice Tschanz bestätigte am Sonntag (22.10.) auf Anfrage die harte Position des Konzerns: "Die Crossair erträgt keinen weiteren Kostenschub", erklärte Tschanz.

Die Crossair, eine Tochtergesellschaft der SAir-Group, hat im ersten Halbjahr 2000 einen Verlust von 6 Mio. Franken eingeflogen. Der am Freitag (20.10.) von den Mitgliedern der Pilotengewerkschaft mit 62,7 Prozent Nein-Stimmen abgelehnte Gesamtarbeits-Vertrag (GAV) hätte Zusatzkosten von 30 bis 40 Mio. Franken verursacht.

Harte Restrukturierungen angekündigt

"Wenn die Piloten nicht einlenken und noch mehr verlangen, kommt es zu harten Restrukturierungen", sagte Bruggisser. Konkret drohte der SAir-Chef gemäss "SonntagsZeitung" damit, dass fünf bis zehn Flugzeuge am Boden blieben oder verkauft würden, dass Strecken eingestellt und Stellen abgebaut würden.

Tschanz bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda, dass bereits Schritte zur Stilllegung defizitärer Fluglinien vorbereitet würden. Auch sei die Erneuerung der Crossair-Flugzeugflotte teilweise gestoppt worden.

SAir strebt Einigung an

"Wir wollen auch nicht, dass es zu diesen harten Massnahmen kommt", hielt Tschanz fest. Oberste Priorität habe für die SAir immer noch eine Einigung mit den Crossair-Piloten.

Der von der Gewerkschaft CCP abgelehnte GAV sah unter anderem Lohnerhöhungen in mehreren Schritten, mehr Ferien und Feiertage vor. Dazu kamen bessere Versicherungsleistungen, Entschädigung für Mehrarbeit, bessere Flugdienst-Regelungen und eine Laufbahnplanung. Die CCP hätte ausserdem ein Mitspracherecht bei wichtigen operationellen Entscheidungen erhalten.

Langwieriger Konflikt

Der Streit zwischen der Crossair und ihren Piloten um höhere Löhne schwelt bereits seit Oktober letzten Jahres. Die Pilotengewerkschaft CCP hatte den Gesamtarbeitsvertrag per 30. Juni 2000 aufgekündigt.

Sabena vor einem Verlust von 280 Mio. Franken

In Schwierigkeiten steckt auch die belgische Sabena, an der die SAir mit 49,5 Prozent beteiligt ist. Die Fluggesellschaft rechnet nach Angaben von Tschanz bis Ende Jahr mit einem Verlust von 280 Mio. Franken. Damit wäre das Eigenkapital praktisch aufgebraucht.

Um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der Sabena abzuwenden, hätten die SAir und der belgische Staat - mit einem Anteil von rund 51 Prozent Hauptaktionär der Fluggesellschaft - bereits entsprechende Finanzmittel bereitgestellt, gab Tschanz bekannt.

swissinfo und Agenturen

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