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Schliesst sich die Lohnschere?

Frauen werden auch in der Schweiz nach wie vor systematisch schlechter entlöhnt als Männer.

(Keystone)

In der Schweiz gibt es immer weniger schlecht bezahlte Arbeitsplätze. Dies zeigt die neuste amtliche Lohnstruktur-Erhebung.

Aus Sicht der Frauen bieten die Zahlen jedoch weiterhin ein düsteres Bild.

Im Jahr 2002 verdienten in der Schweiz 8,9% der Arbeitnehmenden weniger als 3500 Franken brutto pro Monat. Vier Jahre zuvor waren es noch 12,8%. In der gleichen Zeitspanne betrug der Brutto-Monatslohn für die gesamte Schweiz 5417 Franken. Dies belegt die soeben publizierte Lohnstruktur-Erhebung des Bundesamts für Statistik (BFS).

Banken zahlen gut ...

Die Differenzen zwischen Hoch- und Tieflohnbranchen betragen bis zu 4000 Franken brutto pro Monat, und die Unterschiede sind ausgeprägter als bei der vorherigen Erhebung im Jahr 2000. Deutlich über dem Mittel liegt der Lohn in der Bankenbranche (7642 Franken), in der Forschung und Entwicklung (7496) und im Bereich der mit dem Kredit- und Versicherungs-Gewerbe verbundenen Tätigkeiten (7367).

... das Gastgewerbe zahlt schlecht



Weit unter dem Medianwert sind der Detailhandel (4152 Franken), die Persönlichen Dienstleistungen (3593) und das Gastgewerbe (2660). Der Anteil der tiefen Löhne in der traditionell gut bezahlten chemischen Industrie beträgt 2,5%. In der Forschung und Entwicklung, die sonst auch gute Löhne zahlt, liegt der Anteil bei 1,2%, im Bankenwesen bei 0,4%. Diese Tieflohn-Stellen sind hauptsächlich von Frauen besetzt.

Frauen holen kaum auf



Über die gesamte Wirtschaft gesehen, verdienten Frauen im Durchschnitt immer noch 20,7% weniger als Männer. Im Jahr 2000 hatte die Differenz noch 21,3% betragen. In derselben Branche werden Frauen bei gleichem Bildungsstand und Anforderungs-Niveau nach wie vor systematisch schlechter entlöhnt als Männer. So verdienen Frauen mit Universitätsabschluss im obersten Kader im Schnitt fast ein Drittel weniger als Männer mit dem gleichen Profil.

Dafür zahlt sich für Frauen die Teilzeitarbeit aus: Die Löhne der Frauen mit Teilzeit-Anstellungen sind, auf Vollzeitstellen umgerechent, zwischen 4,5% und 9,2% höher als bei entsprechenden Vollzeit-Anstellungen. Männer dagegen werden besser bezahlt, wenn sie Vollzeit arbeiten.

Bei der Entlöhnung spielt auch der Zivilstand eine Rolle: So verdienen gemäss BFS-Erhebung ledige Frauen je nach Alter zwischen 6% Prozent und 29% mehr als verheiratete Frauen.

Schwankende Kaderlöhne



Die Gehälter der Kader schwanken stark je nach Hierarchiestufe und Branche. Die obersten Kader verdienten im Jahr 2002 im Mittel 9683 Franken, die mittleren Kader 8230 Franken und die unteren Kader 6633 Franken. Von 2000 bis 2003 stiegen die Löhne der unteren Kader um 2,0% und jene der mittleren Kader um 2,4%. Dagegen sanken die Löhne der obersten Kader um 0,7%.

Unterschiedliche Interpretation



Die Ergebnisse der BFS-Erhebung werden von den Sozialpartnern unterschiedlich bewertet. Für die Arbeitgeberseite schliesst sich die Lohnschere, was von Gewerkschafts-Vertretern bestritten wird. Einig waren sich jedoch Arbeitgeber-Präsident Peter Hasler und Gewerkschafter André Daguet, dass die Lohndifferenzen von Mann und Frau unbefriedigend seien.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Letztes Jahr verdienten 8,9% der Arbeitnehmenden weniger als 3500 Franken brutto pro Monat.

Vier Jahre zuvor hatte der Anteil noch bei 12,8% gelegen.

Der Bruttomonatslohn für die gesamte Schweiz betrug 5417 Franken.

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