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Schluss mit Missbrauch von 0900-Nummern

Wird ab dem 1. April verboten: PC-Dialer mit 0900-Nummer

(swissinfo.ch)

Das Bundesamt für Kommunikation will die Konsumenten besser vor Missbrauch mit 0900-Nummern schützen.

Webdialer werden ab 1. April verboten.

"Die Öffnung des Telekommarktes hat viel Bewegung und Innovation gebracht, aber leider auch zahlreiche Gauner auf das Parkett gelockt", sagte Marc Furrer, Direktor des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM).

Als eines der ersten Länder in Europa geht die Schweiz nun gegen diese Missbräuche vor.

Horrende Rechnungen

In der Tat, wer nicht aufpasst, hat schnell einmal eine Telefonrechnung, die um einige hundert Franken höher liegt als normal. Ein Klick zuviel auf einer Internet-Seite und schon ist man mit einer der 0900-Nummern verbunden, die extrem teuer sind.

Im BAKOM gingen allein im letzten Jahr über 2000 Beschwerden ein. Der Fantasie seien beim Missbrauch keine Grenzen gesetzt, sagte Jürg Eberhart vom Telekom-Branchenverband sicta.

Zu den bekannten Missbrauchsformen gehören etwa das Hinhalten der Anruferrinnen und Anrufer in kostenpflichtigen Warteschlaufen oder horrende Grundgebühren für irrtümlich gewählte Nummern.

"Wir haben viele Reklamationen erhalten von Personen, die diese Nummern benutzten und anschliessend erstaunt waren, wie viel sie zu bezahlen hatten", sagte swisscom-Sprecher Christian Neuhaus gegenüber swissinfo.

Aus diesem Grund haben sich swisscom, Orange und Sunrise geeinigt, die Preise per 1. Januar 2004 nach oben zu limitieren.

Unerwünschte Webdialer



Ein besonderer Dorn im Auge sind dem BAKOM die so genannten Webdialer. Dabei wird einem Internetbenutzer eine Netzverbindung über eine 0900-Nummer angeboten oder installiert - teilweise, ohne dass er es überhaupt merkt.

Solches kommt besonders bei den 0906-Nummern vor, unter der fast ausschliesslich Erotikangebote laufen.

Konkret heisst das: Der Kunde bezahlt das Mehrfache seiner normalen Verbindungskosten. Zudem ist es für einen durchschnittlichen User sehr schwierig, die Dialer wieder zu entfernen.

Betroffen sind Internet-Benutzer, die sich mit einem Modem einwählen. ADSL-Surfer haben dieses Problem nicht.

Verbot ab 1. April



Die Missbräuche mit diesen Dialern haben seit 2002 stark zugenommen. Das BAKOM habe sich deshalb für einen rigorosen Weg entschieden, sagte Direktor Furrer weiter.

Webdialer mit 0900-Nummern sind ab dem kommenden 1. April verboten.

Als zweite Schutzmassnahme hat das BAKOM eine Informationsmappe erstellt. Darin werden den Konsumenten die potenziellen Gefahren der 0900-Nummern erklärt und Tipps für das Vorgehen im Missbrauchsfall gegeben.

Weitere Schutzmassnahmen sind geplant oder bereits in Kraft gesetzt worden. So müssen ab 1. Juni 2004 die Betreiber den Preis ihres Dienstes gratis am Anfang der Verbindung ansagen, wenn dieser mehr als zwei Franken pro Minute kostet.

Ist eine Dienstleistung teurer als fünf Franken pro Minute oder übersteigt die Grundgebühr zehn Franken, muss der Anrufer mit einer Aktion die Verbindung ausdrücklich bestätigen.

Weitere Massnahmen sind nötig

In der laufenden Revision des Fernmeldegesetzes ist zudem geplant, für die Mehrwert-Dienstnummern eine Preisobergrenze einzuführen. Aktuell kennt das Schweizer Gesetz keine Obergrenze für die Pauschalgebühr, die Grundgebühr und den Minutentarif.

Heute könne ein Anruf von wenigen Sekunden Hunderte von Franken kosten, bemängelte Marianne Meyer vom Westschweizer Konsumentenforum.

Das Gesetz sieht auch eine unabhängige Schlichtungsstelle vor, an die sich Missbrauchsopfer wenden können.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die 0900-Nummern gehören zu den sogenannten Mehrwert-Dienstnummern.

Über diese können Konsumentinnen und Konsumenten zum Beispiel Zugbillette oder Tickets für eine Veranstaltung reservieren.

Vorsicht geboten ist bei den Telefongebühren, die oftmals sehr hoch sein können. Dies vor allem, wenn es sich um Erotik-Nummern handelt.

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