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Schmidheiny gibt VR-Präsidium ab

Thomas Schmidheiny zahlte wegen Insider-Vergehen eine Busse von 1,5 Mio. Euro. Keystone Archive

Thomas Schmidheiny verzichtet auf das VR-Präsidium beim Zementkonzern Holcim. Er bleibt aber als Hauptaktionär Mitglied des Verwaltungsrates.

Dieser Inhalt wurde am 06. Februar 2003 - 19:36 publiziert

Schmidheiny war zuvor in einem Insider-Verfahren in Spanien mit einer Busse von 1,5 Mio. Euro belegt worden.

Schmidheiny war wegen des Verfahrens bereits als Verwaltungsrats-Präsident in den Ausstand getreten. Bis zur Generalversammlung am 4. Juni 2003 wird Willy Kissling die Geschäfte des Verwaltungsrates weiter leiten.

Thomas Schmidheiny bleibt aber im Verwaltungsrat. Er werde sein industrielles Engagement auch in Zukunft verfolgen, teilte Holcim am Donnerstag weiter mit. Schmidheiny ist mit 57,4 Prozent der Stimmen und 27,3 Prozent des Kapitals Grossaktionär der Holcim.

Thomas Schmidheiny begründete in einer Stellungsnahme seinen Rücktritt von der VR-Spitze damit, dass eine öffentliche Diskussion über seine Aktivitäten ausserhalb von Holcim die Interessen des Unternehmens nicht beeinträchtigen dürften.

Swissair und Asbest-Probleme der Eternit



Damit sind vor allem Schmidheinys Rolle beim Zusammenbruch der Swissair-Gruppe sowie die Diskussion um das Asbest-Problem der zum Holcim-Konzern gehörenden Eternit Niederurnen AG gemeint, wie Schmidheiny-Sprecher Jörg Denzler sagte.

Zusammen mit anderen früheren Swissair-Verwaltungsräten drohen Schmidheiny Verantwortlichkeitsklagen. Der Untersuchungsbericht des Beratungsunternehmens Ernst & Young hatte der Swissair-Führung Bilanzmanipulationen, mangelnde Kontrolle und Aufsicht vorgehalten, ohne aber Namen zu nennen.

"Schwerwiegende Fehler"

Bei dem Verfahren in Spanien hatte Thomas Schmidheiny "schwerwiegende Fehler" zugegeben. Er wurde wegen Insider-Vergehen zu einer Geldstrafe von 1,5 Mio. Euro (2,2 Mio. Franken) verurteilt. Der Fall um den unerlaubten Kauf von Aktien der Zinkherstellerin Asturiana ist damit abgeschlossen.

Schmidheiny akzeptiere das Urteil und habe die Busse bereits bezahlt, teilte sein Sekretariat am Donnerstag mit. Er habe "in einer kritischen Phase unüberlegt gehandelt", begründete sein Sprecher Jörg Denzler den Kauf von Asturiana-Aktien im Dezember 2000.

Im Januar 2001 hatte die Zuger Rohstoffhändlerin Xstrata ein Übernahmeangebot an die Asturiana-Aktionäre lanciert. Schmidheiny, der Verwaltungsrat von Xstrata war, wusste im Dezember bereits von der geplanten Übernahme der Zinkherstellerin.

Er kaufte dennoch 350'000 Asturiana-Aktien zu einem Einstandspreis (Transaktionsvolumen) von 3,3 Mio. Euro. Nach Bekanntgabe des Übernahmeangebots am 12. Januar 2001 schoss der Kurs der Aktien bis 50 Prozent in die Höhe.

Gewinn aus Aktienkauf nicht realisiert

Für Schmidheiny ergab sich dadurch ein Gewinn von etwa 1,5 Mio. Euro, den er aber nie realisierte. Im Frühjahr 2002, zwei Monate nachdem die spanische Börsenaufsicht die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatte, übertrug Schmidheiny die Aktien "zum Einstandspreis" wieder an Xstrata.

Die spanischen Behörden hätten die volle Kooperationswilligkeit und den Verzicht auf die Realisierung des Buchgewinns als Milderungsgrund anerkannt, hiess es weiter. Die Busse in Höhe von 1'458'180 Euro entspreche in etwa dem Buchgewinn, erklärte Denzler. Mit der Bezahlung der Busse sei der Fall rechtskräftig erledigt.

swissinfo und Agenturen

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