Schweinegrippe: Novartis macht keine Geschenke

Novartis will armen Ländern Impfstoffe gegen die Schweinegrippe nicht kostenlos abgeben. Der Schweizer Pharma-Konzern prüft aber, ob er einen Preisnachlass gewähren wird. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan hatte eine Gratisabgabe gefordert.

Dieser Inhalt wurde am 15. Juni 2009 - 17:50 publiziert

Entwicklungs- oder Geberländer sollten für die Kosten aufkommen, sagte Novartis-Chef Daniel Vasella gegenüber der US-Zeitung Financial Times. "Soll die Produktion nachhaltig sein, muss es finanzielle Anreize geben", sagte Vasella in dem am Montag erschienen Interview.

Novartis hat nach eigenen Angaben den Impfstoff bereits produzieren können. Ende Jahr rechnet Novartis mit einer Zulassung. Ein grosser Teil des Impfstoffes von Novartis sei bereits reserviert, sagte Vasella weiter. Dadurch könne es selbst in reicheren Ländern zu Engpässen kommen.

Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte die Pharma-Firmen aufgefordert, armen Ländern den Impfstoff kostenlos anzubieten. Die WHO hatte die Schweinegrippe (A/H1N1) am vergangenen Donnerstag zur Pandemie erklärt.

Einige Konkurrenten von Novartis wollen der WHO-Aufforderung nach Gratis-Impfstoff teilweise nachkommen. So kündigte etwa der britische Konzern GlaxoSmithKline an, 50 Millionen Dosen des Impfstoffes den Armen gratis anzubieten.

Nebst Novartis und GlaxoSmithKline stellen mindestens 20 weitere Unternehmen Impfstoffe her. Der US-Hersteller Baxter International hatte den Impfstoff bereits für Juli angekündigt.

swissinfo.ch und Agenturen

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