Schweiz bewirbt sich um Sitz der Anti-Doping-Weltagentur

Die Schweiz bewirbt sich um den Sitz der Internationalen Anti-Doping-Agentur (WADA). Der Bundesrat hat beschlossen, mit der WADA ein Fiskalabkommen abzuschliessen und ihr im Falle des Zuschlags eine Starthilfe von 200'000 Franken zu gewähren.

Dieser Inhalt wurde am 18. September 2000 - 18:18 publiziert

Die WADA hat ihren provisorischen Sitz in Lausanne. Bewerbungen um den ständigen Sitz müssen bis zum 23. Oktober eingereicht werden. Am 14. November findet eine erste Auswahl statt. Der definitive Entscheid fällt am 20. April 2001. Direktor Heinz Keller vom Bundesamt für Sport rechnet mit acht bis zehn Kandidaturen.

Lausanne stehe als Standort für die WADA im Vordergrund, sagte Keller auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sollte es Widerstände geben, weil Lausanne als Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) und zahlreicher weiterer Sportorganisationen schon zu gut bedient sei, werde man andere Standorte in der Genferseeregion vorschlagen.

Der Bundesrat, die Schweizer Regierung, setzt auf Synergieeffekte zwischen dem IOK, den internationalen Sportverbänden und der WADA in der Region des Léman. Für die Schweiz sprechen seiner Ansicht nach auch die Universitäten und die Chemieunternehmen sowie die Präsenz der auf die Doping-Bekämpfung spezialisierten Labors.

Laut Bundesrat gehört die WADA zu den quasi-staatlichen Organisationen, mit denen ein Abkommen fiskalischer Natur abgeschlossen werden kann: Staaten und intergouvernementale Organisationen hätten entscheidend zur Gründung beigetragen und übten mit ihren Vertretern einen massgeblichen Einfluss auf die Führung der Agentur aus.

Beziehungen zum IOK vertraglich verankert

Der Bundesrat hat am Montag ausserdem beschlossen, seine Beziehungen zum IOK in einem Abkommen zu regeln. Damit werden die dem Olympischen Komitee schon bisher gewährten Erleichterungen vertraglich verankert. Entsprechend dem Beschluss des Parlaments bezahlt das IOK weiterhin die Mehrwertsteuer.

Gegenüber der Sportinformation (Si) zeigte sich IOK- Generalsekretär François Carrard erfreut über die Beschlüsse des Bundesrates. Das Abkommen sei für beide Seiten eine wichtige Etappe und festige als politische Geste den Ruf der Schweiz als Kapitale des Weltsports. Zur WADA-Kandidatur wollte sich Carrard nicht äussern, weil die Agentur vom IOK abhängig ist.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen