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Schweiz schliesst die Grenzen für Klauentiere aus EU-Raum

In Frankreich wird versucht, mit einem Verbot von Tiertransporten die Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

(Keystone)

Nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Frankreich schliesst die Schweiz die Grenzen für Klauentiere aus dem EU-Raum. Weitere Massnahmen, wie ein Import-Verbot von Lebensmitteln, wurden vorerst nicht beschlossen. Die USA importieren vorläufig keine Tierprodukte mehr aus Europa.

Für die Einfuhr von lebenden Kühen, Schweinen, Schafen, Ziegen und Hirschen wird vorübergehend keine Bewilligung mehr erteilt. Dies beschlossen das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) und die Kantonstierärzte an einer ausserordentlichen Konferenz vom Dienstagnachmittag (13.03.) in Bern.

Weitere Massnahmen, etwa ein Import-Verbot für potenziell gefährliche Lebensmittel oder ein Verbot von inländischen Viehmärkten und -ausstellungen, wurden vorerst nicht beschlossen. Verzichtet wird vorläufig auch auf Kontrollen und Desinfektionen von aus dem EU-Raum einreisenden Personen.

"Wir müssen jetzt die Entwicklung abwarten", sagte BVET-Sprecher Heinz K. Müller. Derzeit sei in Frankreich nur ein Fall bekannt. Die im laufenden Jahr aus Frankreich in die Schweiz importierten 22 Tiere befinden sich zur Zeit noch in Quarantäne. Alle Einfuhren von Klauentieren aus dem EU-Raum seit Juli 2000, insgesamt 182 Tiere, würden von den Kantonstierärzten auf Maul- und Klauenseuche (MKS) untersucht. Dies sei bereits vergangene Woche angeordnet worden.

In den nächsten Tagen will das BVET mit den Spitzenverbänden der Landwirtschaft zusammenkommen und über das Vorgehen gegen MKS beraten.

Bauern wollen strengere Massnahmen

Der Schweizerische Bauernverband (SBV) fordert weitergehende Abwehrmassnahmen gegen das hoch ansteckende Virus. So sei die Einfuhr von potenziell gefährlichen Lebensmitteln aus dem EU-Raum zu verbieten. Personen müssten an den Grenzen besser kontrolliert und informiert werden, um das Einschleppen der Seuche auf diesem Weg zu verhindern.

Weiter verlangt der SBV einen vorübergehenden Verzicht auf Viehmärkte und Tierausstellungen in der Schweiz. Auch der Transport von Tieren sei auf das absolute Minimum zu beschränken. Auf Betriebskontrollen müsste vorübergehend verzichtet werden. Der SBV verlangt weiter eine Überprüfung der Nichtimpfungs-Strategie auf EU-Ebene.

EU verbietet Viehexporte aus Frankreich

Die Europäische Union hat Viehexporte aus Frankreich verboten. Der Veterinärausschuss einigte sich in Brüssel auf ein zunächst zweiwöchiges Embargo bis zum 27. März. Das Exportverbot gilt für Klauentiere wie Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen sowie Sperma dieser Tiere. Auch Fleisch- und Milchprodukte aus der betroffenen französischen Region dürfen nicht mehr ausgeführt werden.

Bereits vor der EU hatten Spanien, Belgien und Portugal ein Tierimport-Embargo gegen Frankreich verhängt. Die niederländische Regierung erliess ein sofortiges Transportverbot für Klauentiere.

USA verbieten Tierimporte aus der EU

Die USA haben am Dienstag die Einfuhr aller Tiere und Tierprodukte aus EU-Ländern verboten. Der Importstop sei vorübergehend, teilte das Landwirtschafts-Ministerium mit.

Die USA wollen 40 Experten in die EU schicken, die bei der Eindämmung der Seuche behilflich sein sollen. Auch Kanada erliess ein Importverbot.

Verdacht und Fakten

Unterdessen sind in Frankreich drei weitere Verdachtsfälle von MKS aufgetreten. Bei drei Schafen wurden in einem Betrieb im östlich von Paris gelegenen Departement Seine-et-Marne Hinweise auf die Seuche festgestellt, wie das Landwirtschafts-Ministerium in Paris mitteilte. Derzeit werde mit weiteren Testreihen geprüft, ob die Tiere tatsächlich Träger des Virus waren.

In Grossbritannien hat sich die Zahl der Betriebe, die von der Maul- und Klauenseuche betroffen sind, inzwischen auf über 200 erhöht.

swissinfo und Agenturen


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