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Schweizer Banken - Italien lockt

Nach der CS und der UBS lockt es auch die Banca della Svizzera Italiana nach Italien.

(Keystone Archive)

Italienische Steuerflüchtlinge haben in den letzten Monaten Millionenbeträge nach Hause geholt. Deshalb bauen Schweizer Banken ihre Filialen in Italien aus.

So hat am Montag die Banca della Svizzera Italiana (BSI) vor den Medien in Lugano ihre Expansionspläne vorgestellt. Ähnlich sind in den vergangenen Monaten und Jahren unter anderem auch die UBS, die Credit Suisse oder die Banca del Gottardo vorgegangen.

Dies entspricht einer grossen Umkehr. Während Jahrzehnten hatten die Schweizer Banken von der italienischen Fiskalpolitik, die Vermögende dazu bewog, ihr Geld im Ausland zu parkieren. Nun bezeichneten es die Verantwortlichen der BSI an der Medienkonferenz als einen "grossen Vorteil, in Italien präsent zu sein".

Konkret beantragte die BSI für die seit elf Jahren in Mailand tätige Filiale nun eine Banklizenz. Zudem wurde in Turin eine weitere Niederlassung eröffnet.
Die Banca BSI Italia S.p.A zählt nun 40 Beschäftigte. Sie verwaltet nach eigenen Angaben für private Kunden ein Vermögen von 1,4 Mrd. Euro (rund 2 Mrd. Franken).

Verlorene Gelder zurückholen

Italienische Steuerflüchtlinge haben noch bis Mitte Mai Gelegenheit, ihr auf ausländischen Banken verstecktes Kapital nach Italien zurückzuführen. Sie müssen bloss eine einmalige Steuer von 2,5 Prozent bezahlen, um mit dem Fiskus wieder ins Reine zu kommen.

Bei der BSI wollte man keine Angaben darüber machen, wie viele Millionen Franken durch das so genannte "Decreto Tremonti" bisher von der Schweiz nach Italien zurückgeflossen sind. Das Finanzinstitut hat sich aber zum Ziel gesetzt, mit den zwei neuen Filialen in Italien die Hälfte der abgezogenen Gelder wieder zurückzugewinnen.

Generali-Gruppe setzt auf Private Banking

Dabei ist die BSI selbst in italienischem Besitzt. Sie gehört zur Generali-Assicurazioni-Gruppe, Italiens grössten Versicherungskonzern. Die Stärkung der Strukturen der BSI in Italien sei Teil eines umfassenden Expansionsprojekts der Generali-Gruppe im Bereich Private Banking.

Man mache sich die Erfahrung und Kompetenz der ältesten Bank des Kantons Tessin (1873 gegründet) zu Nutzen, heisst es in einem Communiqué. Die BSI kann umgekehrt vom Beziehungsnetz und der Organisation des Versicherungskonzerns profitieren.

"Die Generali-Gruppe hat in Italien zehn Millionen Kunden. Da haben wir ein grosses Potential", verdeutlichte Alfredo Gysi, Präsident der Generaldirektion der BSI, an der Medienkonferenz die Synergien. Die BSI beschäftigt weltweit rund tausend Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Sie verwaltet Vermögenswerte in Höhe von 33 Milliarden Euro. Ob von der Schweiz, von Italien oder sonswo aus, ist dabei zweitrangig.

swissinfo und Agenturen

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