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Schweizer Biotech-Industrie ein schlafender Riese

Schweizer Biotech-Firmen, hier die das Labor der Berna Biotech, beschäftigen rund 13'000 Personen.

(Keystone)

Die Schweiz mischt weltweit an der Spitze mit, was Biotechnologie betrifft. Das zeigt eine internationale Studie. Der Grund sind vorteilhafte Rahmenbedingungen.

Defizite gebe es aber bei der Umsetzung der Forschungs-Ergebnisse in die Praxis, kritisieren Fachleute.

Die Schweizer Biotech-Industrie ist ein schlafender Riese: Zu diesem Schluss kommen europäische Experten im ersten "Swiss Biotech Report", der am Mittwoch an der europäischen Biotechnologie Messe "BioSquare" in Basel präsentiert wurde.

Mit insgesamt 227 Biotech-Firmen, die Ende 2003 registriert waren, verfügt die Schweiz im Verhältnis zur Bevölkerungszahl über die weltweit grösste Dichte an solchen Unternehmen.

Gemessen an der absoluten Zahl der Biotech-Firmen liegt die Schweiz in Europa auf Rang 6 und weltweit auf Rang 9. Im Jahr 2002 hatte die Branche noch 216 Firmen gezählt.

Chancen auch für Start-ups

"Die Schweiz bietet hervorragende Rahmenbedingungen für Biotech-Unternehmen", kommentierte David Syz, Staatssekretär für Wirtschaft, das positive Fazit.

Für die Schweiz sprächen die exzellente Hochschulforschung, das hochqualifizierte Personal, das starke Netzwerk zwischen Forschung und Industrie, interessante Steuerbedingungen sowie mehr als 40 Gründerzentren und Technologieparks für Start-ups, so Syz weiter.

Risikokapital fliesst

Diese vorteilhaften Bedingungen wirken sich positiv auf der Investorenseite aus. Gemäss Jürg Zürcher, Branchen-Experte beim Schweizer Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen Ernst & Young, honoriert die Finanzwelt dies mit Risikokapital. Im vergangenen Jahr flossen rund 130 Mio. Franken als Risikokapital in diesen Industriezweig. Mit diesem Investitionsvolumen liegt die Schweiz in Europa auf Rang 3.

"Biotechnologie in der Schweiz ist eine nachhaltige Branche, die stetig wächst", so Zürcher. Ein Drittel der Unternehmen seien vor 1990 gegründet worden, und sie hätten sich stetig entwickelt. Jedes Jahr gebe es zudem weitere Gründungen.

Die Schweizer Biotechnologie-Firmen schaffen auch Arbeitsplätze. Die Branche beschäftigt in der Schweiz zurzeit zwischen 7000 und 8000 Personen. Zusammen mit den Mitarbeitenden bei den ausländischen Tochterfirmen sind es gar über 13'000.

Nicht nur Zufriedenheit

"Die Bedingungen sind gut, aber nicht perfekt", sagt Domenico Alexakis, Direktor der Swiss Biotech Association. Für kleine Unternehmen sei es beispielsweise schwierig, genügend Geld für klinische Forschung zu erhalten. Auch kann es laut Alexakis zu lange dauern, bis ein Produkt auf den Markt kommt.

Probleme ortet er konkret bei der Umsetzung der Forschungs-Ergebnisse in die Praxis. "Wir haben vor allem in Sachen Technologie-Transfer noch viel zu tun", so Alexakis weiter. "Die Schweiz ist ein grossartiges Land mit grossartigen Qualitäten, aber wir sind nicht schnell genug." Das Ausland zeige, wie man den Tech-Transfer beschleunigen könne, so Alexakis.

swissinfo

Fakten

In der Schweiz gab es im letzten Jahr 227 Biotech-Unternehmen. Weltweit steht die Schweiz damit an 9. Stelle, in Europa an 6. Stelle.
In Relation zur Bevölkerung rangiert die Schweiz mit den 227 Firmen gar an der Spitze.
2003 flossen rund 130 Mio. Franken Risikokapital in die Branche.
In der Schweiz beschäftigt die Branche zwischen 7000 und 8000 Personen.
Zusammen mit den Tochterfirmen im Ausland sind es gar 13'000 Beschäftigte.

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