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Schweizer Botschafter: "Präsident Bush kann gut zuhören und stellt präzise Fragen"

Vereidigung des neuen amerikanischen Präsidenten George W. Bush.

(Keystone)

Im Kabinett von Präsident Bush sitzen einige Schweiz-Kenner. Ein Trumpf für die Schweiz. Ihre Direktinvestitionen stehen an siebter Stelle. Trotzdem ist in den USA das Abseitsstehen der Schweiz, v.a. bei der UNO-Mitgliedschaft, schwer verständlich.

Aussenminister Colin Powell kennt die Schweiz gut. Zu diesem Schluss kommt der Schweizer Botschafter in Washington, Alfred Defago, der Powell schon persönlich getroffen hat. Der Gesundheitsminister Tommy Thompson weilte als Gouverneur von Wisconsin das letzte Mal im November in der Schweiz. Damals traf er auf einer Handelsmission mit Schweizer Wirtschaftsvertretern zusammen und kehrte begeistert und mit vielen Eindrücken nach Amerika zurück.

Auch die für Umweltschutz zuständige Christine Todd Withman kennt die Schweiz aus persönlicher Optik. Ist sie doch jährlich in Davos am Weltwirtschaftsforum - und hat sich in den Bündner Bergen gar mal ein Bein gebrochen. "Ich glaube, wir können hier auf eine aufmerksame amerikanische Regierung zählen," schätzt Defago.

Auch der neue Präsident George W. Bush sei recht gut über die Schweiz informiert. Botschafter Defago traf Bush 1998, als er noch Gouverneur von Texas war, zu einem einstündigen Gespräch in Texas. "Präsident Bush kann sehr gut zuhören und stellt präzise Fragen."

Schweiz als starker Wirtschaftspartner

Obwohl die Schweiz ein politisches Leichtgewicht gilt, wirtschaftlich ist sie eine kleine Grossmacht. Als siebt grösste Direktinvestorin in den USA ist sie eine wichtige Kraft in der amerikanischen Wirtschaft.

Aus Schweizer Sicht fliesst jeder fünfte Investitionsfranken in die Vereinigten Staaten. Das meiste Geld wird in den Chemiesektor, gefolgt von Banken- und Finanzdienstleistungen sowie Versicherungen investiert.

Unter republikanischer Führung dürften sich die wirtschaftlichen Beziehungen weiterhin erspriesslich entwickeln, ist der Schweizer Botschafter Alfred Defago überzeugt.

Nicht ganz verstanden wird in den Vereinigten Staaten das internationale Abseitsstehen der Schweiz. Vor allem in der UNO hätte man die Schweiz gerne dabei - nicht zuletzt da die Schweiz ein finanzkräftiges Land ist.

Neutrale Gute Dienste

Pluspunkte kann sich die Schweiz bei der Weltmacht mit ihren Guten Diensten holen. So vertritt zum Beispiel die neutrale Schweiz im Iran seit 1980 die Interessen der Vereinigten Staaten. "Auch das Verhältnis zu Kuba ist noch immer nicht geregelt. Formell vertritt die Schweiz in den USA auch die kubanischen Interessen und umgekehrt", erläutert Botschafter Defago.

Turbulente Zeiten

Die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA waren nicht immer ohne Schatten. Mitte/Ende der 90er Jahre geriet die Schweiz unter Beschuss wegen ihrer Politik während des 2. Weltkrieges.

Diese Ereignisse seien seit dem Milliarden-Vergleich zwischen Schweizer Banken und mehrheitlich jüdischen Klägern aus den Schlagzeilen verschwunden, meint Botschafter Defago: "Gott sei Dank ist dieses Problem durch das Settlement gelöst worden! Hätte diese negative Berichterstattung noch länger angehalten, hätte sich dieses Negativimage verfestigt und wäre zu einem Dauerproblem geworden." Nicht zuletzt natürlich für die Schweizer Wirtschaft und die Tourismusbranche.

Aus Schaden klug werden

Aus den scharfen Attacken auf das schweizerische Verhältnis zu Hitler-Deutschland hat die Schweiz Lehren gezogen. Die Imageagentur "Präsenz Schweiz, seit Jahresbeginn aktiv und mit einem 11-Millionen-Budget ausgerüstet, soll ein modernes und attraktives Bild der Schweiz vermitteln.

Ein Schwerpunktland sind die USA: "Es geht nicht darum, dass man wie Missionare auszieht und irgendwelchen Leuten ungefragt irgendetwas Schönes über die Schweiz erzählt," warnt Alfred Defago, "vielmehr müssen wir in den Austausch geraten - mit Ideen und Leuten."

Ruth Bossart


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