Navigation

Schweizer Konjunktur: Weitere Wolken ziehen auf

Schweizerische Bau-Unternehmen erwarten schlechte Zeiten. Keystone

Konjunkturell schwierige Monate kommen auf die Industrie, das Gastgewerbe und den Bau zu, wie die Umfrage der KOF/ETH zeigt.

Dieser Inhalt wurde am 08. November 2001 - 12:34 publiziert

Es müsse davon ausgegangen werden, dass sich die Schweizer Konjunktur in den nächsten drei Monaten nochmals spürbar abschwäche, teilte die Konjunktur-Forschungsstelle der ETH Zürich am Donnerstag zu den Ergebnissen der Umfrage bei 6'000 Unternehmen mit. Bereits für das dritte Quartal zeigte sich ein deutlich schlechteres Konjunkturbild.

Bei der Beurteilung der Auswirkungen der Anschläge auf die USA und des Swissair-Debakels ist die KOF zurückhaltend. Einerseits bestünden Hinweise, dass sich die Konjunktur unabhängig von den Schocks im dritten Quartal verschlechtert habe, heisst es. Andererseits komme mit den Umfrage-Ergebnissen für den Monat September eine spürbare Verunsicherung der Unternehmen zum Ausdruck.

Düstere Aussichten in Industrie und Bau

Die Aussichten in der Industrie haben sich vor allem bei den export-orientierten Firmen markant verschlechtert. Aber auch die binnenorientierten Unternehmen schätzen die Zukunft vorsichtiger ein.

Bereits im September schrumpfte der Bestellungseingang. Bei der Beschäftigung übertrafen im September erstmals seit zwei Jahren die Reduktionsmeldungen jene der Aufstockung.

Deutlich pessimistisch sieht es im Bau aus. Für die nächsten sechs Monate erwarten die Bauunternehmer einen weiteren Rückgang der Auftragseingänge. Erstmals seit 1999 planen die Unternehmen auf Ende Jahr keine Erhöhung der Beschäftigung.

Im dritten Quartal hatte sich die Bautätigkeit gegenüber dem Vorquartal noch leicht erhöht. Der Auftragsbestand wurde hingegen als tiefer eingeschätzt. Die Entwicklung im Projektierungssektor schwächt sich ebenfalls in den nächsten Monaten ab.

Pessimismus im Gastgewerbe

Im Gastgewerbe erwarten 60 Prozent der Umfrageteilnehmer sinkende Absätze. Vor allem bei den Logiernächten der ausländischen Gäste sei aufgrund der stark verminderten Anzahl von Flugreisen von rückläufigen Zahlen auszugehen, heisst es.

Die Wachstums-Verlangsamung im Gastgewerbe hatte sich schon im dritten Quartal fortgesetzt. Im Vergleich zum zweiten Quartal nahmen die Umsätze um 1,9 Prozent ab. Die Anzahl der Logiernächte ging deutlich zurück; dies unter dem Eindruck der Terroranschläge in den USA. Entsprechend hat sich die Ertragslage verschlechtert.

Bessere Aussichten im Dienstleistungssektor

Im Detailhandel werden die kommenden Monate gedämpft optimistisch eingeschätzt. Die Beschäftigung dürfte allerdings leicht zurückgehen. Auch für das dritte Quartal beurteilten die Detailhändler die Geschäftslage als unverändert befriedigend. Die Kundenfrequenz war zwar erneut etwas rückläufig.

Die Konsumkredit-Unternehmen erwarten beim Kreditvolumen für die nächsten Monate keine Zunahme mehr. Noch im dritten Quartal wurde die Geschäftslage insgesamt als gut beurteilt.

Bei den Banken wird die Geschäftslage ebenfalls noch als befriedigend angeschaut. Die Nachfrage nach Bankdienstleistungen war jedoch im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal in allen Kundenkategorien rückläufig.

swissinfo und Agenturen

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.