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Schweizer Minenräumer nach Libanon geschickt

Ein britischer Minenexperte erklärt die Sprengung einer Splitterbombe in Tibnin.

(Keystone)

In Libanon sind die zurückkehrenden Flüchtlinge durch nicht explodierte Sprengkörper gefährdet, warnen Schweizer Hilfsorganisationen.

Handicap International Schweiz und die Schweizerische Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) haben Minenspezialisten ins Krisengebiet geschickt.

Nicht explodierte Sprengkörper sind die grösste Bedrohung für Rückkehrer in die zerbombten Städte Libanons. Entminung und Informationen an die Bevölkerung haben Priorität, wie die Organisation Handicap International Schweiz am Donnerstag erklärte.

Mehrere Minenräumer seien in die libanesischen Risikozonen geschickt worden, sagte Handicap-Schweiz-Direktor Paul Vermeulen. Eine nichtstaatliche libanesische Organisation (NGO) kümmere sich um Texte in Arabisch und mit Bilderbotschaften, um die Menschen vor den Gefahren zu warnen.

Gegen die Zivilbevölkerung

Bei den Sprengkörpern handle es sich oft um Streubomben. Diese seien das Gegenteil von Hochpräzisionswaffen, so Vermeulen. UNO-Experten hätten zehn Orte ausgemacht, wo die israelische Luftwaffe solche Munition eingesetzt habe. Die Organisation Human Rights Watch vermutet noch mehr Standorte.

Handicap International schätzt, dass etwa 14% der Bomben, Streubomben und Sprengkörper nicht explodiert sind. Mindestens 16 Menschen wurden deswegen bereits getötet oder verletzt.

Traumatisierte Menschen

Die Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes hat zwei Fachleute für die Resozialisierung der vom Krieg Traumatisierten nach Sidon südlich von Beirut geschickt.

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), welches das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und das Libanesische Rote Kreuz unterstützt, stockt seine Hilfe von rund 200'000 auf etwa 800'000 Franken auf, wie SRK-Sprecher Karl Schuler sagte. Diese werde zur Hälfte Libanon und zur Hälfte den Palästinensern im Gazastreifen und im Westjordanland zugute kommen.

Beirut will "Cash for Shelter"

Die libanesische Regierung interessiert sich für das "Cash-for-Shelter"-Konzept der Schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), wie Toni Frisch, Chef des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH), sagte. Mit "Bargeld für ein Dach über dem Kopf" will das SKH Vertriebenen ein Unterkommen bei anderen Familien ermöglichen.

In Absprache mit der Regierung in Beirut werde mit lokalen Behörden im Süden des Landes nach Lösungen gesucht, um Obdachlose unterzubringen. In Libanon waren bis zu einer Million Menschen vor den Kampfhandlungen geflüchtet.

Spitäler ausser Betrieb

Nach wie vor prekär sei die medizinische Versorgung in Südlibanon, sagte Frisch weiter. Die Bevölkerung warte dringend auf die Wiedereröffnung der wegen der Bombardierungen geschlossenen Spitäler. Auch die DEZA warnt vor Sprengkörpern, die noch nicht explodiert sind.

Der Arzt, der bisher für das Team der humanitären Hilfe der DEZA in Beirut tätig war, wird ab sofort den im Süden Libanons aktiven Einheiten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verfügung gestellt. Dabei gehe es zunächst um eine Einschätzung der Situation, um gezielte Hilfe zu ermöglichen, so Frisch.

Ein Spezialist für Wasser und Chemie wird zudem ab sofort der für Umweltfragen zuständigen UNO-Agentur UNEP zur Verfügung gestellt. Die DEZA machte in einer Mitteilung vom Donnerstag zudem auf die von einem Ölteppich vor der Küste bedrohte Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Etwa 14% der Bomben, Streubomben und Sprengkörper, die Israel in Libanon eingesetzt hatte, sind nicht explodiert.
Das sind gemäss Handicap International Schweiz Hunderte von Sprengkörpern.
Mindestens 16 Menschen wurden deswegen bereits getötet oder verletzt.

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In Kürze

Seit Beginn des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah am 12. Juli hat die Schweiz dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) 5,2 Mio. Franken für Hilfe im Krisengebiet zur Verfügung gestellt.

Ausserdem schickte Bern 800 Kilo Medikamente und 7 Tonnen Hilfsgüter nach Libanon.

Die Schweiz legt den Schwerpunkt der Hilfe auf die Flüchtlinge, die jetzt wieder zurückkehren.

Im Vordergrund steht die Trinkwasser-Versorgung für eine Million Menschen und medizinische Hilfe für 600'000.

Gemäss IKRK werden 200'000 Menschen bis Ende Jahr Hilfe benötigen.

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