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Schweizer Nothilfe in Haiti

In der Stadt Gonaïves steht das Wasser bis zu drei Meter hoch.

(Keystone)

Nach der Sturm-Katastrophe in Haiti leistet die Schweiz Nothilfe. Private und staatliche Organisationen haben ihr Engagement auf der Karibik-Insel auf Hochtouren gebracht.

In der Schweiz sammeln die Glückskette, Caritas, HEKS und das Rote Kreuz.

Der Tropensturm "Jeanne" tobte bereits über dem offenen Meer, da erst wurde in Haiti das Ausmass des jüngsten Tropensturms deutlich: Fast der gesamte Norden der Insel ist überschwemmt, die Stadt Gonaïves steht unter Wasser, die zweitgrösste Insel, Île de la Tortue, war gar völlig unauffindbar.

Mindestens 600 Menschen kamen nach der ersten provisorischen Zählung ums Leben. Und sollte sich bewahrheiten, dass die Île de la Tortue mit über 26'000 Bewohnern überflutet wurde, liesse sich die Tragödie kaum noch beschreiben.

Früher in diesem Jahr waren schon über 1200 Menschen bei Überflutungen ums Leben gekommen.

DEZA erhöht Haiti-Budget

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Bundes hat die Beiträge der Humanitären Hilfe um 225'000 Franken erhöht. Mit diesem zusätzlichen Beitrag steigt die Hilfe der Schweiz für die Programme des World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen in Haiti auf 1'160'000 Franken.

Der zusätzliche Betrag sei für Nahrungsmittel für die am stärksten vom tropischen Sturm und den Überschwemmungen in Haiti betroffene Bevölkerung vorgesehen, schreibt die DEZA.

Ausserdem seien zwei Experten des Korps für humanitäre Hilfe vor Ort. Sie stünden dem WFP zur Verfügung.

Glückskette sammelt für Decken und Zelte

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) setzt 150'000 Franken ein, um Decken, Planen und Zelte in die Region zu schaffen, schreibt die Organisation. Ausserdem entsendet das SRK einen Delegierten für die Verteilung der Hilfgüter an die Obdachlosen.

Das Rote Kreuz mit Tausenden von freiwilligen Helferinnen und Helfern ist neben Haiti auch in der Dominikanischen Republik und auf Grenada, Jamaica und Kuba aktiv. Das SRK hat bis anhin insgesamt 300'000 Franken eingesetzt.

Caritas Schweiz stellt 200'000 Franken zur Verfügung, wie das Hilfswerk mitteilt. Caritas Haiti, die lokale Partnerin von Caritas Schweiz, verteile bereits Grundnahrungsmittel an die betroffenen Familien. Ebenso gebe sie sauberes Trinkwasser, Hygiene-Artikel, Zelte und Schlafsäcke ab.

Die Glückskette, das humanitäre Sammelsystem der Schweizer Medien, hat am Dienstag ein Spendenkonto eröffnet. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) unterstützt die Opfer der Wirbelstürme in Haiti mit 100'000 Franken.

Stadt unter Wasser

Die Überlebenshilfe aus der Schweiz soll vor allem im Departement Artibonite und in der Stadt Gonaïves verteilt werden. Laut dem haitianischen Ministerpräsident Gérard Latortue gebe es dort kein Haus mehr, das nicht überflutet sei.

Nach Schätzungen der Caritas haben dort 1000 Menschen ihr Leben verloren, 500 werden noch vermisst. In vielen Orten der Region haben die Wassermassen die Lebensgrundlagen der Menschen zerstört.

In den Überschwemmungs-Gebieten gilt der Notstand, für das gesamte Land eine dreitägige Staatstrauer.

Kein Lebenszeichen

Noch beunruhigender aber sind die Nachrichten von der Île de la Tortue, der zweitgrössten Insel Haitis mit ihren 26'000 Einwohnern. Als Mitarbeiter der UNO-Mission MINUSTAH am Sonntag über die Region flogen, konnten sie die ehemalige Pirateninsel nördlich von Port-de-Paix nicht finden.

Bis Montag gab es keinen Kontakt und es blieb unklar was aus den Bewohnern geworden ist.

Die Mission der Vereinten Nationen ist seit Ende April nach der Absetzung des Präsidenten Bertrand Aristide in Haiti präsent.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Spenden-Konten:

Glückskette, "Haiti und Karibik",
Konto 10-15000-6

Rotes Kreuz, "Wirbelsturm Karibik",
Konto 30-4200-3

Caritas, "Haiti",
Konto 60-7000-4

HEKS, "Haiti",
Konto 80-1115-1

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In Kürze

Haiti ist eine der ärmsten Karibik-Inseln. Die Republik ist etwa drei Viertel so gross wie die Schweiz und zählt rund 7,65 Mio. Einwohner.

Im Frühling dieses Jahres drohte das Land in einem Bürgerkrieg unterzugehen.

"Jeanne" ist bereits der vierte schwere Tropensturm in der Karibik in diesem Sommer.

Die gesamte Schweizer Hilfe auf Haiti beläuft sich dieses Jahr – mit der Nothilfe - auf 2,5 Mio. Franken.

Verschiedene Hilfsorganisationen in der Schweiz haben Spendenkonten für die Sturmopfer eröffnet.

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