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Schweizer Rüge für USA

Bundesrat Joseph Deiss und IKRK-Präsident Jakob Kellenberger bei ihrem Treffen in Bern. Keystone

Wegen der Bombardierung von Lagerräumlichkeiten des IKRK in Afghanistan hat Aussenminister Joseph Deiss bei der US-Botschaft in Bern interveniert. Das IKRK müsse künftig vor solchen Unfällen verschont werden.

Dieser Inhalt wurde am 02. November 2001 - 16:19 publiziert

Im Anschluss an ein Treffen mit dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Jakob Kellenberger, vom Freitag in Bern sagte Deiss, er sei besorgt über die jüngsten Bombardierungen der IKRK-Lagerhäuser. Deswegen sei er am vergangenen Montag beim US-Botschafter vorstellig geworden. Er habe den Botschafter darauf aufmerksam gemacht, dass das IKRK durch solche Unfälle nicht mehr betroffen werden sollte.

Kellenberger sagte, dass das IKRK durch die Zerstörung Lagerkapazitäten verloren habe. Gegenwärtig sei das IKRK in Afghanistan mit 1'000 lokalen Angestellten selbst tätig, wobei vor allem die medizinische Versorgung von Spitälern im Vordergrund stehe. Um Afghanistan herum sei das IKRK daran, neue logistische Basen aufzubauen, um Güter für rund 540'000 hilfesuchende Personen bereitzustellen.

Vor allem humanitäre Hilfe

Auf das Engagement der Schweiz für Afghanistan angesprochen wies Deiss darauf hin, dass sich die Schweiz auf verschiedenen Ebenen einsetze. Sie sei unter anderem Mitglied der "Afghanistan Support Group", der 15 Staaten angehörten und die gegenwärtig vor allem humanitäre Hilfe leiste.

Die Gruppe habe zu Beginn des vergangenen Monats ihre Unterstützung von 12,5 auf 17,5 Mio. Franken aufgestockt. Neben dem IKRK unterstütze die Schweiz auch das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und das Welternährungs- Programm. Als Depositarstaat der Genfer Konventionen habe die Schweiz aber keinen Auftrag, selbst aktiv zu werden. Sie handle im Rahmen dessen, was die Vertragsparteien bestimmten.

Jährlich 100 Millionen für das IKRK

Deiss wies weiter darauf hin, dass die Unterstützung des IKRK durch die Schweiz einerseits ein moralisches und andererseits auch ein materielles Engagement sei. Jährlich stelle die Schweiz dem IKRK 100 Mio. Franken zur Verfügung. Kellenberger dankte für diese Hilfe, gab aber auch seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Beiträge künftig erhöht würden.

swissinfo und Agenturen

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