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Schweizerhall verkauft Boucheron an Gucci

Die Basler Schweizerhall-Gruppe will sich künftig auf ihre traditionellen Bereiche Chemie und und Pharma konzentrieren. Sie verkauft ihren Luxusgüterbereich Boucheron an den italienischen Gucci-Konzern, wie am Dienstag (23.05.) mitgeteilt worden ist.

Dieser Inhalt wurde am 23. Mai 2000 - 11:57 publiziert

Gucci übernimmt Boucheron auf den 1. Juli für 250 Mio. Franken. An der Börse zogen die Schweizerhall-Titel am Dienstag kräftig an.

Schweizerhall hat sich laut Finanzchef Konrad Wirz aktiv um einem Käufer für Boucheron bemüht. Die Kosten für den weiteren Ausbau der Marke wären wegen des enormen Werbeaufwands für Schweizerhall als Nischenplayer zu hoch gewesen, begründete Wirz den Verkauf, den er als "absolut gutes Geschäft" beurteilt.

Für Gucci "perfekte Ergänzung"

Für Boucheron mit den Bereichen Parfum, Uhren und Schmuck hatten sich verschiedene international operierende Luxusgüterunternehmen interessiert. Gucci wertet Boucheron gemäss der Mitteilung als sehr gute Marke mit grossem Potenzial, die Gucci perfekt ergänze.

Schweizerhall hatte 1999 mit Boucheron einen Umsatz von 184,5 Mio. Franken und ein Ergebnis von knapp 14 Mio. Franken erzielt. Das über 150 Jahre alte Pariser Traditionsunternehmen Boucheron gehört erst seit 1999 vollständig zur Basler Gruppe, die 1994 zunächst 51 Prozent übernahm.

Ins Geschäft mit Boucheron war Schweizerhall gekommen, weil das Unternehmen die Firma mit Parfumessenzen belieferte.

Konzentration auf Chemie und Pharma

Künftig will sich Schweizerhall wieder auf seine traditionellen Geschäftsbereich Pharma und Chemie konzentrieren, mit denen das Unternehmen letztes Jahr einen Umsatz von 446,7 Mio. Franken erzielte. Der Nettoerlös aus dem Verkauf von Boucheron wird einerseits zum Schuldenabbau und anderseits zum Ausbau der künftigen Kernbereiche eingesetzt.

Der Ausstieg aus dem Luxusgütergeschäft verhilft Schweizerhall zu einem "bedeutenden finanziellen Polster" und "zusätzlichem Handlungsspielraum" wird Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Schär in der Mitteilung zitiert.

Die Finanzspritze kann Schweizerhall durchaus gebrauchen, denn Sorgen hat das Unternehmen nach wie vor mit dem Pharma-Engagement in den USA. Der Konzerngewinn konnte 1999 nur dank Sondererträgen um 65,9 Prozent auf 22,9 Mio. Franken gesteigert werden.

Für das laufende Jahr hatte Schweizerhall im April vor den Medien einen tieferen Gewinn in Aussicht gestellt. Begründet wurde der Rückgang unter anderem mit dem hohen Werbeaufwand für Parfums, der nun bald wegfällt.

swissinfo und Agenturen

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