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Schweres Zugunglück mit Todesopfer

Ein Bild der Verwüstung beim Bahnhof Zürich-Oerlikon.

(Keystone)

Bei einem Zusammenstoss von zwei Zügen kam am Freitagabend beim Bahnhof Zürich-Oerlikon eine Frau ums Leben. 45 Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Als Ursache des Zugunglücks steht ein Bremsversagen im Vordergrund.

Bei der Kollision eines Regioexpress- und eines Intercity-Zuges, die mit insgesamt rund 1400 Reisenden besetzt waren, wurden am Freitagabend eine 22-jährige Tschechin getötet und 45 weitere Menschen teils schwer verletzt. Die Verletzten wurden in insgesamt elf Spitäler von Stadt und Kanton Zürich sowie anderer Kantone gebracht. Alle sind laut Karlen ausser Lebensgefahr. Zum Teil konnten sie das Spital bereits verlassen.

Zum Unfallhergang wurde an einer Medienkonferenz mitgeteilt, dass der Regioexpress "Cityvogel" nach Konstanz nicht wie vorgeschrieben im Bahnhof Zürich-Oerlikon angehalten hatte. "Der Zug ist durchgefahren und hat ein Rotlicht überfahren", sagte Untersuchungsleiter Kobelt von der unabhängigen Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe im Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Untersuchung über die Bremssysteme

Abgeklärt wird, ob das Bremssystem des Unglückszuges "Cityvogel" funktionierte und ob vor Abfahrt des Zuges in Zürich Hauptbahnhof die vorgeschriebene Bremskontrolle stattfand. Ein Bremsversagen würde die Durchfahrt des Zuges erklären.

Untersucht wird laut Kobelt auch das so genannte Zugbeeinflussungssystem (ZUB). Dieses soll Züge ohne freie Fahrt zwischen einem Vor- und einem Hauptsignal beim Überfahren des Rotlichts noch vor dem Gefahrenpunkt automatisch stoppen. Laut Kobelt sind die Fahr- und ZUB-Daten der "Cityvogel"-Lokomotive nicht lesbar und müssen rekonstruiert werden; die Geräte wurden beim Aufprall mit dem Intercity-Zug beschädigt, der Lokomotivführer leicht verletzt.

Die Unglücksursache liege in "einer Kombination mehrerer möglicher Ursachen", sagte Kobelt. Menschliches Versagen sei nicht völlig auszuschliessen. Die Aussagen der beiden Lokomotivführer – beide etwa 50-jährig und mit etwa 20 Jahren Berufserfahrung – werden laut Kobelt mit Fahr- und ZUB-Daten verglichen. Erste Erkenntnisse lägen frühestens in einer Woche vor.

Vier Waggons aus der Schiene gesprungen

Bei der seitlichen Kollision sprangen drei von elf Waggons des Intercity und einer von neun Waggons des "Cityvogels" aus den Schienen. Ein Intercity-Waggon kippte auf einer Brücke über einer stark befahrenen Strasse um. In einem schwer beschädigten anderen Waggon starb die 22-jährige Frau.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten setzten bereits in der Nacht ein. Mit Ausnahme der schwer beschädigten Lokomotive wurden bis Samstagmittag sämtliche Fahrzeuge in SBB-Werkstätten gebracht. Geleise und Sicherheitsanlagen waren erheblich beschädigt. Die SBB rechnen mit Millionenschäden.

Ab 09.00 Uhr waren drei der sechs Geleise des Bahnhofs Zürich-Oerlikon wieder befahrbar, der täglich von rund 850 Zügen durchfahren wird. Der Zürcher Flughafen war vom Bahnnetz längere Zeit abgeschnitten. Zwischen Zürich, Winterthur und dem Flughafen fuhren Ersatzbusse und -Züge.

Die Züge der Ost-West-Achse wurden vorerst über Wallisellen geführt. Der Verkehr im Zürcher S-Bahn-Netz normalisierte sich weitgehend.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Zürich-Oerlikon gilt als heikler Flaschenhals im stark frequentierten Zugsverkehr des Grossraumes Zürich.

Die seitliche Kollision zweier Schnellzüge im Bahnhof Zürich-Oerlikon ist das zweite schwere Zugunglück in der Schweiz im laufenden Jahr.

Bereits im August verstarb beim Zusammenstoss zweier Personenzüge der
Berner-Oberland-Bahnen (BOB) in Gsteigwiler ein
Passagier an den Folgen der Verletzungen, 63 Menschen wurden
verletzt.

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