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SEF: Top-Preis für störfreies Hören

Mini-Chips haben Dspfactory Verkäufe und den SEF-Award beschert. dspfactory.com

Eine schweizerisch-kanadische Hightech-Firma, Dspfactory, hat das am Freitag in Thun zu Ende gegangene Swiss Economic Forum mit Siegerehren verlassen.

Dieser Inhalt wurde am 09. Mai 2003 - 20:27 publiziert

Das Unternehmen gewann den jährlichen Innovations-Preis für seine bahnbrechende Ton-Technologie, die bei Hörhilfen über CD-Geräte überall angewendet wird.

Dspfactory ist auf eine Technologie spezialisiert, welche mit einem digitalen Verfahren ("digital signal processing", DSP) Störgeräusche wegfiltern kann. Der verliehene Innovations-Preis ist mit 30'000 Franken dotiert.

Der zweite Preis (25'000 Franken) ging an die Berner Qualidoc, eine medizinische Dokumentationsfirma. An dritter Stelle (20'000 Franken) steht Axovan aus Allschwil, die neue Medikamente entwickelt.

In Nummern umwandeln und Nummern ausblenden

Dspfactory besteht seit fünf Jahren und beschäftigt 74 Personen in Kanada und der Schweiz. Letztes Jahr überstiegen die Verkäufe 18,82 Mio. Franken.

Diese tätigt die Firma mit seiner DSP-Technologie. Damit werden Signale von Geräuschen in Form von Nummern übertragen und als Information über einen elektronischen Schaltkreis weitergeleitet. Dabei werden Operationen nach vorprogrammierten Angaben ausgeführt.

"Mit unserer Technologie können Signale, die erwünscht sind, zum Beispiel Sprache, sowie unerwünschte Signale wie Lärm identifiziert werden. Den Lärm können wir dann wegfiltern", erklärt Dspfactory-Vizepräsident Geoff Bellew, zuständig für Verkauf und Marketing, gegenüber swissinfo.

Einfacher Handy-Telefonieren

Wo die Technologie eingesetzt werden soll, erklärt Peter Balsiger, Dspfactory-Präsident im schweizerischen Marin: "Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem lärmigen Restaurant und versuchen zu telefonieren. DSP kann Ihre Stimme von diesem Hintergrundlärm befreien. Und unsere Firma bietet die Technologie für diese Anwendungen für die Bereiche Telekommunikation, Mobiltelefone und digitale Hörgeräte an."

"Menschen mit Hörschwierigkeiten können in schwierigen akustischen Situationen wie bei Verkehrslärm, Autolärm, in Büros oder Restaurants, hören und verstehen."

Zwei Kontinente

Dspfactory ist eine weltweit tätige Firma mit zwei Sitzen: im neuenburgischen Marin und in Waterloo, im kanadischen Ontario.

"In Kanada arbeiten wir das Designkonzept aus, und das Team in der Schweiz hat die nötigen Fachkenntnisse, um die Ideen auf den kleinstmöglichen Silikonchip umzusetzen", sagt Bellew. Am Schweizer Firmensitz ist auch der Verkauf und das Marketing für Europa und den Nahen Osten konzentriert.

Dspfactory produziert selber keine Chips, sondern lagert die Herstellung des Silikons aus und ist deshalb bekannt als "fabriklose Halbleiterfirma".

Sie ging 1998 als Spin-off der kanadischen Hörgeräteherstellers Unitron hervor und wuchs seither ständig. Die Anlage für Forschung und Produktion, die 27 Leute beschäftigt, wurde 2001 in der Schweiz gegründet.

Zulieferer von Phonak & Co.

Die ursprünglichen Produkte von Dspfactory waren winzige Silikonchips und Software, welche in modernsten Hörgeräten eingesetzt wurden.

Die Chips sind nicht nur winzig und brauchen sehr wenig Strom, sie können auch so programmiert werden, dass die Hersteller von Hörgeräten sie an ihre eigenen Produkte anpassen können.

Die Firma hat Geschäfte mit Hörgeräte-Herstellern in den USA, Kanada, Europa und Asien abgeschlossen, beispielsweise der schweizerischen Phonak aus Stäfa.

"Unser Marktanteil wächst zur Zeit stark, in zwei Jahren möchten wir die wichtigste Lieferfirma von DSP-Technologie für den weltweiten Hörgerätemarkt sein", erklärte Balsiger. Sie liefert die Technologie für rund einen Drittel des Hörgeräte-Digitalmarkts.

Die Firma will DSP nun auch in anderen Produkten einbauen, zum Beispiel in Kopfhörern, Mobiltelefonen und persönlichen Digitalgeräten.

"Unsere Welt wird immer mobiler", meint Balsiger. "In den USA werden 72 Prozent aller mobilen Telefonanrufe vom Auto aus getätigt. Dort haben Sie Hintergrundmusik, sprechende Kinder, Verkehrslärm und den Lärm Ihres eigenen Autos."

Auch in Spracherkennungs-Software sei es entscheidend, unerwünschte Geräusche herauszufiltern, damit die Sprache klar erkennbar werde.

swissinfo, Vincent Landon
(Übertragen aus dem Englischen von Charlotte Egger)

Fakten

Das Swiss Economic Forum (SEF) fand zum 5. Mal statt. Diesjähriges Motto: "Vertrauen und Wachstum"

Am Freitag ging das SEF mit der Verleihung eines Innovations-Preises zu Ende:

1. Preis: Dspfactory (30'000.-)
2. Preis: Qualidoc (25'000.-)
3. Preis: Axovcan (20'000.-)

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