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Sesselrücken an der Sulzer-Spitze

Ueli Roost zieht sich von der Sulzer- und Sulzer Medica-Leitung zurück.

(Keystone)

Ueli Roost tritt ab sofort als Sulzer-Chef und Verwaltungsrats-Präsident zurück. Auch sein Amt an der Spitze des Medica-Verwaltungsrates gibt er auf. Er wolle die Sulzer-Position im Übernahmekampf stärken, erklärte er zum überraschenden Schritt.

Roosts sofortigen Rücktritt begründete Sulzer am Montag (26.03.) mit der Neuorientierung des Konzerns: Roost wolle dem Unternehmen mit seinem Rücktritt aus allen Ämtern in der Phase des Überganges und der Neuausrichtung möglichst viel Handlungsspielraum verschaffen.

Roost macht Bahn frei

"Ich werde sehr stark mit der im vergangenen Herbst am Widerstand der Aktionäre gescheiterten Fusion von Sulzer und Sulzer Medica identifiziert", begründete Roost gemäss dem Communiqué den Rücktritt. Er habe im laufenden Übernahmekampf eine zusätzliche Angriffsfläche geboten.

Deshalb sei er nach reichlicher Überlegung zum Schluss gekommen, dass ein sofortiger Rücktritt den Interessen des Unternehmens am besten entspreche.

Roost hatte ursprünglich erst nach der Generalversammlung von der Spitze des Sulzer Konzerns zurücktreten wollen. Im Rahmen der geplanten vollständigen Trennung des Industrieteils von der Medizinal-Tochter hatte er sich künftig auf das Präsidium bei Sulzer Medica konzentrieren wollen. Nun verlässt Roost den Konzern noch am Montag definitiv. Zu seiner Zukunft machte er keine Angaben. Er erhalte jedenfalls keine Abgangsentschädigung als "goldenen Fallschirm", hielt er fest.

Mit Vannotti in den Übernahmekampf

Die Verwaltungsräte von Sulzer und Medica respektierten den Enscheid, gab Sulzer weiter bekannt. Ab sofort sei Leonardo Vannotti zum Präsidenten des Konzerns ernannt worden. Er werde auch die Generalversammlung von 19. April 2001 vorbereiten.

An dieser Generalversammlung werden die Aktionäre entscheiden, in welche Richtung der Sulzer-Konzern weitergehen soll. Auf dem Tisch liegt ein Übernahme-Angebot des Aktionärs René Braginsky (InCentive Capital). Dieses wird allerdings von der Sulzer-Führung abgelehnt.

Keine Änderung am Übernahme-Angebot

Braginsy sprach auf Anfrage von einem "Trauerspiel", er erinnerte, dass Sulzer vor erst 16 Tagen eine neue Strategie bekanntgegeben habe. Roost habe nun offensichtlich den rauhen Wind der ausländischen Anleger zu spüren bekommen. Am Übernahmeangebot ändere sich nichts. Dieses werde am kommenden Freitag zusammen mit den Vorschlägen für einen neuen Verwaltungsrat offiziell bekanntgegeben. Mit Vannotti würden laut Braginsky erneut falsche Zeichen gesetzt.

Zum neuen Verwaltungsratspräsident von Sulzer Medica ist Max Link bestimmt worden. Der bisherige Vizepräsident gehöre als Experte der Medizinal- und Pharma-Industrie seit 1997 dem Medica-Verwaltungsrat an. Ein Doppelamt als gleichzeitiger Firmenchef komme für ihn nicht in Frage, hielt er fest. Medica suche weiterhin einen Nachfolger von CEO André Buchel.

swissinfo und Agenturen

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